X

Notfallkontakte

Akute Notfälle

Notruf-Nr. 112

Zentraler häuslicher Notfalldienst
Tel. -Nr. 116 117
Notfalldienst Coesfeld
Notfalldienst Dülmen

Standort Coesfeld
Tel. -Nr. 02541 89-0
Südring 41, 48653 Coesfeld

Durchwahl Standort Dülmen
Tel. -Nr. 02594 92-00
Vollenstraße 10, 48249 Dülmen

Durchwahl Standort Nottuln
Tel. -Nr. 02502 220-0
Hagenstraße 35, 48301

CHIRURGISCHE KLINIK 1

Allgemein-, Viszeral-, spezielle Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Proktologie

Die Chirurgische Klinik 1 versorgt Patienten mit Erkrankungen der Bauchorgane, der Gefäße sowie der Organe im Brustraum und ist im Bereich der Allgemeinchirurgie, Kinderchirurgie und Proktologie tätig.

Wir verbinden Professionalität, Präzision, Erfahrung und Begeisterung mit dem Wunsch, Ihnen behilflich zu sein. Für Ihre optimale Behandlung arbeiten wir fachübergreifend eng zusammen und stimmen den Behandlungsplan mit Ihnen ab. Auch nach der Entlassung stehen wir Ihnen bei Fragen zur Seite.

Unsere Klinik bietet Ihnen ein breites Behandlungsspektrum, welches wir mit unseren hausinternen Kollegen, mit Ihrem Hausarzt und mit Ihrem niedergelassenen Facharzt koordinieren. Soweit möglich kommen bei der für Sie optimalen Behandlungsmethode moderne, minimal-invasive und damit schonende chirurgische Techniken zum Einsatz.

Wir informieren Sie, Ihre Familie und Ihren Hausarzt zeitnah über Ihren Zustand und gegebenenfalls den Verlauf einer Operation. Unser Pflegepersonal, die Seelsorge und alle im Haus an Ihrer Behandlung beteiligten Kollegen legen den Fokus darauf, dass Sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen.

Sie können uns jederzeit kontaktieren: Zwischen 8:00 – 16:00 Uhr ist das Chefarzt-Sekretariat unter der Telefonnummer 02541 89-47343 besetzt, außerhalb dieser Zeiten erreichen Sie uns über die Zentrale.

 

ck1_chefarzt_dr-_krings

Dr. Friedrich Krings, Chefarzt

 

Wir bieten ihnen

Schilddrüsen- und endokrine Chirurgie

Schilddrüsen- und endokrine Chirurgie

Unsere Klinik verfügt über große Erfahrung im Bereich der Chirurgie endokriner Organe, das heißt in der Chirurgie der Schilddrüse, Nebenschilddrüse und der Nebenniere. Jährlich werden von uns mehrere Hundert Schilddrüsenoperation durchgeführt.

Dabei liegt bei uns ein besonderes Augenmerk auf der Chirurgie bei bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse. Unter enger Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizinischen Abteilung  der Universitätsklinik Münster (Professor Schäfer) sorgen wir für die sofortige Nachbehandlung mit Radiojod sowie auch Nachsorge nach durchgeführter Operation.

Während der Schilddrüsenoperation  benutzen wir das sogenannte Neuromonitoring. Dies ist nichts anderes als das der Operateur die Funktion des Stimmbandnervens durch elektrische Stimulation jederzeit überprüfen kann. Da der Nerv sehr dünn ist und sich zum Teil von den Umgebungsstrukturen nicht eindeutig trennen lässt, kann das Neuromonitoring auch benutzt werden um den Nerven eindeutig zu identifizieren und dann natürlich auch besser schonen zu können. Durch diese Maßnahme lässt sich die gefürchtete Komplikation der Verletzung des Stimmbandnervens deutlich minimieren.

Bei der Nebenschilddrüsenchirurgie wird bei einer Vergrößerung  einer Nebenschilddrüse lediglich über einen kleinen Schnitt die vorher im Ultraschall dargestellte Nebenschilddrüse
aufgesucht und entfernt. Eine intraoperative  Parathormonbestimmung ermöglicht bereits im OP den Erfolg der Operation zu überprüfen und  ggf. die Operation zu erweitern.

Bei der Nebennierenvergrößerung handelt es sich häüfig um einen hormonproduzierenden Nebennierentumor. Die präoperative aufwendige Diagnostik zur Klärung , um welchen Tumor es sich nun handelt, erfolgt unter enger Zusammenarbeit mit unserer Gastroenterologischen Abteilung auf der gemeinsamen Bauchstation. Dort wird jeden Tag das Vorgehen und die weitere Diagnostik gemeinsam festgelegt. Auf diese Weise wird eine fächerübergreifende Therapie schnellstens ermöglicht und der Krankenhausaufenthalt auf diese Weise kurz gehalten. Muss nun eine Nebenniere entfernt werden, so ist dies häufig mit der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie (minimal-invasive Chirugie ) problemlos über 3-4 kleine Schnitte möglich. Der Patient erholt sich deshalb schneller von der Operation und kann in der Regel nach 5-7 Tagen nach der OP entlassen werden.

Haben Sie Fragen speziell zu den endokrinen Organen so finden sie im folgenden Antworten auf Ihre Fragen.
Gerne beantworten wir Ihre Fragen auch im persönlichen Gespräch in unserer endokrinen Sprechstunde:

Jeden Donnerstag von 13:00 –15:00 Uhr
Terminvereinbarungen Telefon: 02541-8947343

Gefäßchirurgie

Gefäßchirurgie

Ein Schwerpunkt der Gefäßchirurgie besteht in der Behandlung arterieller und venöser Gefäßerkrankungen und Gefäßverletzungen wie:

  • Arterienverkaltung (Arteriosklerose)

    Arterienverkaltung (Arteriosklerose)

    Wie kommt es zu der Arterienverkalkung?

    Die Arteriosklerose beschreibt eine chronisch fortschreitende Erkrankung aller Schlagadern des Körpers. Durch sogenannte Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfette, Bewegungsmangel und Stress kommt es im Laufe des Lebens zu Verkalkungen in der Gefäßwand. Diese Veränderungen in der Gefäßwand führen zu einer zunehmenden Einengung des Gefäßes bis zum Gefäßverschluss.

    Wie macht sich die Arterienverkalkung bemerkbar?

    Das Ausmaß der entstehenden Durchblutungsstörungen ist abhängig vom Grad der Gefäßwandveränderung und vor allem von der Region die dieses Gefäß mit Blut versorgt. So können Veränderungen der Herzkranzgefäße Ursache von Herzrhythmusstörungen, aber auch Herzbeklemmungen oder Herzinfarkt sein. Veränderungen der gehirnversorgenden Gefäße können vorübergehende neurologische Symptome bis zum Schlaganfall erzeugen.
    Gefäßveränderungen an den Extremitäten führen von Belastungseinschränkungen über Ruheschmerzen bis zum Gewebsuntergang (Raucherbein).

    Welche Untersuchungen sind nötig?

    Es gibt eine Vielzahl von Untersuchungen, die vor einer operativen Therapie durchgeführt werden können/müssen. Hierzu zählen neben der klinischen Untersuchung vor allem Ultraschall- und radiologische Untersuchungen.

    Wann muss operiert werden?

    siehe entsprechende Krankheitsbilder

    Was können Sie dagegen tun?

    Eine fortgeschrittene Arteriosklerose ist nicht rückgängig zu machen, aber Sie können das Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen. Wichtig ist die bereits oben erwähnten Risikofaktoren auszuschalten. Lassen Sie Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und Harnsäurewerte durch Ihren Hausarzt kontrollieren und einstellen. Stellen Sie das Rauchen ein. Gehen Sie regelmäßig spazieren oder Treiben Sie Sport. Achten Sie auf eine richtige Ernährung und auf eine ausreichende Flüssigkeitsmenge.
    Bei Beschwerden suchen Sie umgehend Ihren Hausarzt auf.

  • Schlaganfall (Carotisstenose)

    Schlaganfall (Carotisstenose)

    Was ist die Arteria Carotis?

    Sie ist nichts anderes als die Halsschlagader, die das Gehirn mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt. Glücklicherweise sind die Halsschlagadern paarig angelegt, das heißt es gibt zwei große das Gehirn versorgende Gefäße vorne, gut tastbar neben dem Kehlkopf und zwei dünnere, die mit der Wirbelsäule zum Gehirn ziehen. Wird das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt sterben Gehirnzellen und dies wird als Schlaganfall bezeichnet.

    Wann kommt es zum Schlaganfall?

    Verengungen im Bereich der Halsschlagadern sind eine der häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall. Durch eine Operation der Halsschlagader kann das Risiko in bestimmten Fällen verringert werden. Menschen mit geringen Verengungen der Halsschlagadern haben in aller Regel keine Symptome, selbst der komplette Verschluss einer Halsschlagader kann symptomlos bleiben, da sich das Gehirn an den geringen Blutfluss anpasst und die Halsschlagader der Gegenseite und die Schlagadern des Nackens ausgleichend mehr Blut zum Gehirn transportieren. Lösen sich jedoch kleine Teile der Ablagerungen in den Halsschlagadern und verstopfen die Gefäße im Gehirn, kann es zu einem vorübergehenden Ausfall von Gehirnfunktionen oder zum Schlaganfall mit bleibenden Schäden kommen.

    Was kann passieren?

    Die Symptome einer vorübergehenden Minderdurchblutung des Gehirns und eines Schlaganfalls können sein:

    • Kopfschmerzen, einseitige Sehstörungen
    • Verwirrung, Bewußtseinsverlust
    • Schwere oder Taubheit des Armes und des Beines
    • Sprachverlust, Halbseitenlähmung

    Welche Untersuchungen sind erforderlich?

    Durch Ultraschall (Duplex) lassen sich schmerzfrei die Halsschlagadern untersuchen. Der Blutfluss durch die Adern und die Enge des Blutgefäßes können sichtbar gemacht werden, wie in dem Bild zu erkennen. Bei einer Einengung von mehr als 70% wird Ihnen normalerweise die Operation empfohlen, insbesondere wenn schon vorübergehende Symptome oder gar ein Schlaganfall aufgetreten ist. Die Operation dient dazu, mögliche zukünftige Symptome oder Schlaganfälle zu vermeiden, sie ändert jedoch in aller Regel nichts an der bereits bestehenden Symptomatik.

    Wie erfolgt die Operation?

    Ziel der Operation ist die Entfernung der Ablagerungen in der Halsschlagader und somit die Entfernung der Engstelle. Es wird ein ca. 10cm langer kosmetisch sehr günstiger Hautschnitt paralell zum Halsmuskel gemacht, um Zugang zur Halsschlagader zu bekommen. Die Halsschlagader wird aufgesucht und vorübergehend abgeklemmt. Nun kann die Halsschlagader eröffnet und die Ablagerungen entfernt werden. Das Blutgefäß wird dann durch einen erweiternden Kunststoffflicken wieder verschlossen. Die Haut wird durch selbstauflösende Fäden verschlossen. Ein kleiner Plastikschlauch verbleibt gelegentlich kurzfristig in der Wunde, um die Entstehung eines Blutergusses zu verhindern.

    Wie sind die Risiken einer solchen Operation?

    Das größte Risiko der Operation ist die Entstehung eines Schlaganfalls während oder nach der Operation. Nerven des Halses können verletzt werden, so dass ein taubes Gefühl am Hals zurückbleiben oder die Schluckfunktion gestört sein kann. Da der Hals gut durchblutet ist, kann es zu Schwellungen und Blutergüssen kommen. Die postoperative Kontrolle erfolgt für 24 Stunden auf der Überwachungsstation. Alternativ gibt es bei speziellen Fällen die Möglichkeit, eine verengte Halsschlagader ohne offene Operation, sondern mit einem Ballonkatheter und einem Stent aufzuweiten.

    Was passiert nach der Operation?

    Nach der Operation muss der Patient im Normalfall 3-6 Tage im Krankenhaus bleiben. Die Wundheilung dauert etwa 3-4 Wochen. Fäden müssen nicht gezogen werden. Nach erfolgreicher Operation ist das Risiko eines Schlaganfalls deutlich reduziert. Wir empfehlen die Einnahme von Aspirin 100 eine Tablette pro Tag zur Blutverdünnung lebenslang.

  • Durchblutungsstörung/Schaufensterkrankheit

    Durchblutungsstörung/Schaufensterkrankheit

    Was ist die Schaufensterkrankheit / periphere arterielle Verschlusserkrankung?

    Die arterielle Verschlusserkrankung ist Folge der Gefäßverkalkung/Arteriosklerose (siehe unter  Arterienverkalkung). In Abhängigkeit von der Schwere und Lokalisation der Gefäßveränderungen  der Beine werden vier klinische Stadien unterschieden.

    Stadium I : vorhandene Gefäßveränderungen aber keine Beschwerden..
    Stadium II: Gehstreckeneinschränkung, d.h. nach einer bestimmten Belastung kommt es zu Muskelkrämpfen, die den Patienten zwingen stehen zu bleiben, so dass sich die Muskulatur erholen kann. (Diese Symptomatik erklärt auch die Bezeichnung „Schaufensterkrankheit“. Die Patienten müssen bei einem Stadtbummel immer wieder vor den Schaufenstern stehen bleiben und verbergen ihre Beschwerden durch ein vermeindliches Interesse an den Auslagen der Schaufenster.)
    Stadium III:  der Patient hat auch ohne Belastung d.h. in Ruhe Beschwerden.
    Stadium IV:  auf Grund  der Mangeldurchblutung kommt es zum Untergang  von Gewebe d.h. die Zehen sterben ab und werden schwarz (Raucherbein)

    Welche Untersuchungen sind nötig?

    Nachdem sich der Patient mit den oben genannten Beschwerden beim Arzt vorstellt, gilt es nach einer ausführlichen klinischen Untersuchung (Ermittlung des Pulsstatus, Dopplerverschlussdruckmessung etc.) das exakte Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen. Hierzu sind in der Regel Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen erforderlich. Danach lässt sich an Hand der dann ermittelten „Straßenkarte“ der Blutgefäße genau feststellen, welche Arterie wie stark eingeengt oder gar verschlossen ist.

    Welche Behandlungsmaßnahmen gibt es?

    Allgemein sollten alle Patienten, die unter den Folgen der Gefäßverkalkung leiden die Risikofaktoren, welche diese Erkrankung begünstigen reduzieren. In erster Linie sollte nicht mehr geraucht werden, häufig sollte die Ernährung umgestellt werden und auf regelmäßige Bewegung geachtet werden. Daneben gibt es auch die Möglichkeit mit Medikamenten das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern.

    Weiterhin hängt die Art der Behandlung vom Ausmaß der Erkrankung ab. Dies bedeutet, wenn Sie sich die vier Stadien der Erkrankung anschauen, dass im Stadium III und IV auf jeden Fall eine Behandlung erfolgen muss. Im Stadium II ist der Gesamtsituation des Patienten Rechnung zu tragen , dies bedeutet, dass ein junger Mann mit einer Gehstrecke von 150 Metern nicht zufrieden sein kann, aber ein 90 jährige Patient gegebenenfalls alle seine täglichen Verrichtungen ohne Beschwerden ausführen kann.

    Sollte es bereits zu hochgradigen Gefäßeinengungen oder gar –verschlüssen gekommen sein, gibt es zusätzlich interventionelle und operative Behandlungsmethoden. Unter den interventionellen Behandlungsmethoden sind Katheterverfahren gemeint. Hierbei wird die Arterie der Leiste oder des Ellbogens punktiert und über die Punktion Katheter unter Durchleuchtungskontrolle an die krankhafte Stelle im Gefäßsystem gebracht. Diese Katheter können Engen oder kurzstreckige Verschlüsse aufweiten und den Blutfluss wiederherstellen. Damit dieses Ergebnis auch von langfristigem Erfolg ist werden z.T. auch sogenannte „Stents“, Drahtgeflechtröhrchen eingesetzt.

    Sind die Verschlüsse allerdings von größerem Ausmaß und durch die Katheterbehandlung nicht zu beheben muss operiert werden. Bei einer Gefäßoperation kann das Gefäß geputzt werden oder längere Verschlüsse durch das Einsetzten von Kunstgefäßen oder der körpereigenen Vene umgangen werden (Bypass).

    Wer kümmert sich um mich?

    Erster Anlaufpunkt ist unsere Gefäßsprechstunde. Hier erfolgt die erst klinische Untersuchung und die Erhebung der Krankengeschichte. Von hier aus werden alle nötigen Untersuchungen veranlasst, die dann als Grundlage für den Behandlungsplan dienen, der ausführlich mit Ihnen besprochen wird.

  • Krampfadern (Varizen)

    Krampfadern (Varizen)

    Was sind Krampfadern?

    Krampfadern sind verdickte und  geschlängelte Venen der Unterhaut, die sich auf Grund einer  meist familiär bedingten Bindegewebsschwäche der Venenwand und der Venenklappen entwickeln. Schwangerschaft, Übergewicht, Bewegungsarmut und hauptsächlich stehende Berufe fördern die Ausbildung von Krampfadern. Grundsätzlich kommt es zu einem Rückstrom des Blutes aus den tiefen in die oberflächlichen Venen, die sich dann immer weiter krankhaft verändern können.

    Welche Beschwerden verursachen Krampfadern?

    Anfäglich ist die Varkosis ein eher kosmetisches Problem, welches sich dann über Beinschwellung, Spannungsgefühl, Muskelkrämpfe, Hautveränderungen, Entzündungen bis hin zur Geschwürsbildung und Varizenblutungen verändern kann.

    Welche Untersuchungen sind erforderlich?

    Neben der klassischen klinischen Untersuchung zielen Ultraschall- und ggf. Röntgenuntersuchungen darauf ab, das Ausmaß der Erkrankung exakt festzustellen. Letztlich werden die krankhaft veränderten Venenabschnitte behandelt, um die Symptome der Erkrankung zu beseitigen und die noch gesunden Venenabschnitte vor einem Fortschreiten der Erkrankung zu schützen.

    Wie werden Krampfadern behandelt?

    Neben der konservativen Kompressionsstrumpftherapie gibt es eine Vielzahl von therapeutischen Optionen, deren Einsatz sich nach der Schwere des Erkrankungsbildes und der betroffenen Venenregion richtet. Betrifft das Krampfaderleiden eher die kleineren Seitenäste können diese durch die Einspritzung eines Verödungsmittels behandelt werden. Sind aber die sogenannten Stammvenen betroffen kommen neben verschiedenen endovaskulären Verfahren auch die klassischen Operationstechniken zum Einsatz.

    Wie erfolgt die Operation?

    Bei der klassischen Krampfaderoperation werden die krankhaften Venen über kleine Schnitte entfernt. Diese Venenentfernung erfolgt zum Teil mittels einer in die Vene eingeführten Sonde und zum Teil über wenige Millimeter lange Schnitte. Nach der Operation müssen Kompressionsstrümpfe für einen Zeitraum von 6 Wochen getragen werden. Aus diesem Grund wird diese Operation bevorzugt in der kalten Jahreszeit durchgeführt.

    Wie sieht der Behandlungsablauf aus?

    In unserer Gefäßsprechstunde wird das Ausmaß der Krampfadererkrankung ermittelt und die praeoperativ nötigen Untersuchungen veranlasst. Im Vorfeld sollten Kompressionsstrümpfe nach Maß angepasst werden. Bei einem weiteren Termin kurz vor der Operation werden Sie unseren Narkoseärzten vorgestellt, so dass Sie dann am Operationstag nüchtern stationär aufgenommen werden können. In der Regel werden Sie am ersten postoperativen Tag bereits die Klinik wieder verlassen können. In geeigneten Fällen bieten wir die Krampfaderoperation auch ambulant an.
    Ab dem 1. postoperativen Tag können Sie duschen. Mit einer Arbeitsunfähigkeit von 7-10 Tagen sollten Sie rechnen.

  • Dialysezugänge

    Dialysezugänge

    Was ist Dialyse?

    Auf Deutsch bedeutet dies Blutwäsche. Patienten mit fehlender Nierenfunktion benötigen eine Dialysebehandlung um die Nierenfunktion zu ersetzen. Ohne eine solche Therapie würden Patienten innerhalb weniger Tage versterben.

    Welche Arten der Dialyse gibt es?

    Im Wesentlichen gibt es zwei unterschiedliche Arten der Dialysebehandlung. Am weitesten verbreitet ist die so genannte Hämodialyse / Blutwäsche. Hierbei wird das Blut des Patienten in einer Maschiene „gewaschen“ und dem Patienten danach zurückgegeben. Eine weitere Möglichkeit ist die so genannte Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse). Hierbei wird über einen in den Bauchraum eingelegten Katheter eine Flüssigkeit in den Bauchraum eingebracht. Das Bauchfell funktioniert wie eine Membran über die u.a. Giftstoffe in die Flüssigkeit abgegeben werden können, so dass diese mit dem Ablassen der Flüssigkeit aus dem Bauchraum dann mit entfernt werden können.

    Welche Dialysezugänge gibt es?

    Für die Bauchfelldialyse wird in einer kleinen Operation ein Kunststoffkatheter in den Bauchraum eingepflanzt, der dort bei guter Hygiene über Monate und Jahre einen guten Dialysezugang darstellen kann.

    Für die Hämodialyse ist es wichtig, dass relativ viel Blut in relativ kurzer Zeit durch die Dialysemaschiene gewaschen werden kann. Dies bedeutet zum einen, dass es eine Möglichkeit geben muss viel Blut aus dem Körper zu zapfen und zum anderen das gewaschene Blut dann wieder dem Körper zurückgegeben werden muss. Relativ einfach ist dies mit einem Kunstoffkatheter (-schlauch) zu bewerkstelligen. Diese Kunststoffkatheter werden über eine Vene in das Gefäßsystem bis in das Herz eingeführt und über Pumpen an der Dialysemaschiene kann das Blut abgezapft, gereinigt und zurückgegeben werden. Vorteil dieser Dialysezugänge ist, dass sie im Notfall jederzeit mit einer sehr kleinen Operation eingesetzt werden können. Nachteil ist, dass der Katheter als Fremdkörper zu Infektionen und Thrombosen (Blutgerinnseln) führen kann.

    Ein Dialysezugang der ersten Wahl ist daher eine gefäßchirurgisch angelegte Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene. Diese so genannte Dialysefistel führt über eine gewisse Reifungszeit (mehrere Wochen) dazu, dass sich die Vene deutlich weitet und einen hohen Blutfluss aufweist. Die Dialyseärzte haben dann die Möglichkeit zwei Dialysenadeln in dieses geweitete Blutgefäß zu stechen. Während der Dialysezeit läuft dann das Blut über die eine Nadel zur Dialysemaschiene und über die zweite Nadel erhält der Patient das gewaschene Blut wieder zurück.

    Sind die eigenen Blutgefäße für eine solche Dialyse-Fistel nicht geeignet, kann auch ein so genannter Dialyseshunt (shunt = Kurzschluss) angelegt werden. Ein Shunt ist nichts anderes als eine Kunststoffader, welche zwischen die Arterie und die Vene eingenäht wird. Hierbei wird dann bei der Dialyse die Kunststoffader mit den zwei Dialysenadeln angestochen. Die Blutwäsche funktioniert wie bei der Dialysefistel.

    Wo wird die Dialysefistel oder der Dialyseshunt angelegt?

    In der Regel werden Dialysezugänge an dem nicht dominaten Arm angelegt, d.h. bei einem Rechtshänder sollte der Zugang am linken Arm erfolgen und umgekehrt. Sind die Gefäße am Handgelenk nicht geeignet wird der nächst höhere Abschnitt des Armes gewählt. Notfalls gibt es auch Dialysezugänge am Bein oder im Bereich des Brustkorbes.

    Wie erfolgt eine Shunt-Operation?

    In den meisten Fällen kann eine solche Operation in lokaler Betäubung erfolgen, selten ist eine Vollnarkose erforderlich. Eine Dialysefistelanlage dauert in der Regel eine halbe Stunde, bei der Anlage eines Dialyseshuntes (Kunststoffprothese) sind Operationszeiten zwischen einer und zwei Stunden üblich.

    Welche Komplikationen können durch die Operation auftreten?

    Neben möglichen Wundheilungsstörungen sind im wesentlichen drei Hauptkomplikationen zu nennen. Zum einen kann durch so einen Dialysezugang zu viel Blut in die Shuntvene abgezapft werden, dass die Hand des Dialysearmes nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt ist. Ist dies der Fall muss der Dialysezugang umgehend revidiert werden, um ein Gewebeuntergang an der Hand zu vermeiden. Dies ist sehr selten der Fall, aber eine mögliche und schwere Komplikation.

    Durch den Kurzschluss zwischen der Arterie und der Vene kann es zu einer deutlichen Mehrbelastung der Herzens kommen. Daher ist es sehr wichtig bereits im Vorfeld der Operation herzgeschwächte Patienten zu diagnostizieren und diesen einen anderen Dialysezugang anzubieten.

    Zum dritten kann es im zeitlichen Verlauf zu einem Shuntverschluss oder einer Funktionsstörung z.B. durch eine mögliche Enge des Dialysegefäßes kommen. Hier kann nach entsprechender Diagnostik durch kathetergestützte Verfahren oder durch eine erneute Operation die Funktion des Dialyseshuntes in der Regel wiederhergestellt werden.

    Wann muss ein Dialysezugang angelegt werden?

    Ihr behandelnder Nephrologe stellt die Indikation zur Dialysebehandlung. Erlischt die Nierenfunktion unerwartet, muss umgehend dialysiert werden und dies ist nur über die oben benannten Dialysekatheter möglich. Ist die terminale Niereninsuffizienz absehbar, sollte möglichst frühzeitig eine Dialysefistel/shunt-Operation erfolgen, da beide Dialysezugänge nicht unmittelbar nach der Operation benutzbar sind.

    Was geschieht mit dem Dialysezugang nach einer erfolgreichen Nierentransplantation?

    Ist eine Dialysebehandlung nicht mehr erforderlich sollte in einer sehr kleinen Operation der Dialysekatheter entfernt werden oder eine Dialysefistel/shunt verschlossen werden, da durch die Risiken einer vermehrten Herzarbeit oder Durchblutungsstörung der Hand vermieden werden können.

    An wen kann ich mich wenden?

    In unserer gefäßchirurgischen Sprechstunde werden Sie fachärztlich beraten. Einen Termin können Sie jederzeit unter der Telefonnummer 02541/8947343 vereinbaren.

Lungenchirurgie

Lungenchirurgie

Die Lungenchirurgie deck umfasst jegliche Operationen zur Behandlung von bösartigen und gutartigen Erkrankungen am Lungengewebe, wie:

  • Unklarer Lungenrundherd

    Unklarer Lungenrundherd

    Was ist ein unklarer Lungenrundherd?

    Meist wird im Rahmen einer Röntgendiagnostik zufällig ein Lungenrundherd entdeckt. Ist dieser Rundherd nicht in früheren Röntgenaufnahmen bereits nachweisbar gewesen, ist bis zum Beweis des Gegenteils davon auszugehen, dass dieser Lungenrundherd bösartig ist.

    Was kann die Ursache für so einen unklaren Lungenrundherd sein?

    Neben  dem gefürchteten Lungenkrebs können Absiedelungen anderer Tumore, gutartige Geschwülste, aber auch Infektionen Ursache eines unklaren Lungenrundherdes sein. So wird klar, dass ein Patient mit einem unklaren Lungenrundherd nun einer ausgiebigen Diagnostik unterzogen werden muss.

    Wann ist die operative Entfernung eines unklaren Lungenrundherdes erforderlich?

    Wenn keine Ursache für den Rundherd gefunden werden konnte und die Gutartigkeit nicht bewiesen werden konnte, muss der Rundherd entfernt werden. Meist ist dies minimal-invasiv mit einer Videothorakoskopie möglich. Zunächst wird der Lungenrundherd Lungengewebe sparend im Gesunden entfernt und einer intraoperativen Schnellschnittuntersuchung zugeführt. Sollte sich ein Lungenkrebs herausstellen, muss der Eingriff im Sinne einer onkologischen Tumorresektion d.h. mit einer Entfernung des rundherdtragenden Lungenlappens und der entsprechenden Lymphknotenstationen fortgesetzt werden. (siehe Lungenkrebs)

  • Pneumothorax

    Pneumothorax

    Was ist ein Pneumothorax?

    Unter einem Pneumothorax versteht man die Ansammlung von Luft neben dem Lungengewebe. Durch eine Verletzung des Lungengewebes tritt Luft aus der Lunge in den Pleuraspalt. Normalerweise ist nur ein dünner Flüssigkeitsfilm zwischen Lungen- und Rippenfell d.h. im Pleuraraum. Dadurch das sich Luft im Pleuraspalt ansammelt fällt in gleicher Weise die Lunge zunehmend zusammen und nimmt nicht mehr an der Atemfunktion teil, d.h. der Patient verspürt neben einem deutlichen Schmerz zunehmend Luftnot. Bei einem so genannten Spannungspneumothorax wird der Druck der Luft neben der Lunge so groß, dass sich eine lebensbedrohliche Situation einstellen kann.

    Wie kommt es zu einem Pneumothorax?

    Zum einen kann es durch eine von außen zugeführte Verletzung z.B. Messerstich oder im Rahmen einer Punktion oder durch einen Rippenbruch zu einer Verletzung des Lungengewebes kommen, zum anderen kann aber auch das Lungengewebe durch eine große Belastung z.B. beim Heben großer Lasten spontan einreißen (Spontanpneumothorax).

    Gibt es Menschen, die ein höheres Risiko haben einen Spontanpneumothorax zu erleiden?

    Häufig sind junge, schlanke Männer, Raucher und Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung betroffen.

    Wie wird ein Pneumothorax diagnostiziert?

    Bereits beim Abhören der Lunge zeigt sich nur ein abgeschwächtes oder gar kein Atemgeräusch über der betroffenen Lungenseite. Im Ultraschall, Röntgenbild oder in der Computertomographie kann das Ausmaß der Erkrankung nachgewiesen werden.

    Wie wird ein Pneumothorax behandelt?

    Ist die Luftansammlung neben der Lunge gering, kann dies ohne Behandlung aber unter Kontrolle ausheilen. Bei größeren Luftmengen und insbesondere bei einer deutlichen Symptomatik ist die Anlage einer Brustkorbdrainage erforderlich. Eine Brutkorbdrainage funktioniert wie ein Ventil. Bei jedem Atemzug wird die Luft neben der Drainage aus dem Brustkorb gepresst. Das dadurch entfernte Luftvolumen wird durch die sich wieder ausdehnende Lunge ersetzt. Es kommt wieder zur kompletten Entfaltung des Lungengewebes. Unter der Drainagenbehandlung kann nun die Lungenverletzung ausheilen und es kommt zu keinem Übertritt der Luft in den Pleuraspalt. Ist die Verletzung an der Lunge verheilt kann die Thoraxdrainage entfernt werden. Kommt es zu einem wiederkehrenden Pneumothorax oder heilt dieser unter der Drainagenbehandlung nicht ab, ist ggf. eine Thorakoskopie mit Vernähung des Lungengewebes und eine Verklebung der Lunge mit dem Rippenfell erforderlich.

  • Pleuraempyem

    Pleuraempyem

    Was ist ein Pleuraempyem und wie entsteht es?

    Die Entzündung des Pleuraraumes ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Hierbei kommt es zu  einem bakteriell infizierten Erguss zwischen dem Lungen- und Rippenfell. Dieser Erguss ist Folge einer Lungenentzündung bei der  die Bakterien das Lungengewebe verlassen und sich im Pleuraraum ausbreiten. Es werden drei Stadien des Empyems unterschieden. Im Stadium I kommt es zur Ansammlung von klarem Sekret im Pleuraraum und zu einer Verdickung des Lungen- und Rippenfells. Häufig können in dieser Phase keine Bakterien nachgewiesen werden. Im Stadium II wird das Sekret zunehmend trüb und eitrig. Es bilden sich dicke fibrinreiche Beläge im Pleuraraum. Im Stadium III kommt es zu einer zunehmenden Vernarbung der Lungenoberfäche mit Fesselung der Lunge durch dicke schwartenartige Narbenplatten.

    Wie wird das Pleuraempyem behandelt?

    Ziel der Behandlung ist zum einen die Infektion im Pleuraraum zu beseitigen und zum anderen die Lungenfunktion wiederherzustellen. In der Frühphase kann es ausreichen durch Einlage einer Brustraumdrainage und Einleitung einer Antibiotikatherapie die Erkrankung zu heilen. Meist ist aber eine Thorakoskopie und Säuberung des Brustraumes erforderlich. Im Stadium III hilft nur noch die Eröffnung des Brustraumes und die notfallmäßige Sanierung dieser lebensbedrohlichen Entzündung.

  • Maligner Pleuraerguss

    Maligner Pleuraerguss

    Was ist ein maligner Pleuraerguss?

    Durch Tumorzellabsiedelungen auf den Lungenblättern kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung zwischen der Lunge und der inneren Brustwand. Durch die stete Zunahme der Flüssigkeitsmenge wird das Lungengewebe immer mehr zusammengedrückt und der Patient wird zunehmend kurzatmig.

    Wie kann der maligne Pleuraerguss behandelt werden?

    Letztlich liegt das Ziel einer Tumorbehandlung in der Behandlung der Grunderkrankung. Auf Grund der diffusen Ausbreitung der Tumorzellen im gesamten Brustraum scheidet eine radikale Entfernung der Tumorzellen in der Regel aus. Durch die medikamentöse Therapie (Chemotherapie) kann nicht in jedem Fall der Pleuraerguss zurückgedrängt werden, so dass zunächst der Erguss durch eine Punktion abgelassen werden kann. Sollte der Erguss allerdings immer wieder rezidivieren kann eine so genannte Talkumpleurodese durchgeführt werden.

    Was ist eine Talkumpleurodese?

    Wie bereits oben erwähnt sammelt sich der Erguss zwischen der Lunge und der inneren Brustwand. Durch das Einblasen von sterilem Talkumpuder in diesen Raum wird eine sterile Entzündung ausgelöst, die dazu führt, dass die Lunge mit der inneren Brustwand verwächst und kein Pleuraspalt oder Raum neben der Lunge vorhanden ist in den die Tumorzellen die Flüssigkeit abgeben können. Damit ist das Wiederauftreten eines Pleuraergusses nicht mehr möglich und das Symptom der Luftnot tritt nicht mehr auf.

    Wie wird diese Talkumpleurodese durchgeführt?

    Durch eine ca. 2cm lange Hautincision kann zunächst eine so genannte Thorakoskopie d.h. Spiegelung des inneren Brustraumes erfolgen. Der vorhandene Erguss wird abgelassen und dann über eine weitere 5 mm große Hautincision ein weiterer Arbeitszugang in den Brustraum eingebracht. Neben der Entnahme von Gewebeproben wird dann das Talkumpuder über diesen zweiten Zugang in den Brustraum gesprüht. Abschließend wird eine Brustkorbdrainage eingelegt, die es ermöglicht, dass die Lunge sich wieder komplett entfalten kann und damit mit der inneren Brustwand verwächst.

Bauchchirurgie

Bauchchirurgie

Die Bauchchirurgie umfasst die operative Behandlung des gesamten Verdauungstraktes sowie von Brüchen und die Transplantation von Bauchhöhlenorganen wie:

  • Blinddarmentzündung (Appendicitis)

    Blinddarmentzündung (Appendicitis)

    Was ist „die Blinddarmentzündung“?

    Es handelt sich hierbei genau genommen um die Entzündung eines Anhängsels (der Appendix vermiformis) des eigentlichen Blinddarms (dem Anfangsteil des Dickdarmes). Daher wird medizinisch korrekt von einer Appendicitis gesprochen. Die Appendix ist ein etwa 0,5 cm im Durchmesser großes und unterschiedlich langes Anhangsgebilde am Blinddarm und übernimmt Aufgaben der Infektabwehr im Darm. Der dünne Durchmesser begünstigt Verstopfungen durch z.B. Kot(steine), Parasiten (Würmer) oder auch Fremdkörper (wie etwa kleine Obstkerne), welche vermutlich die Entzündung auslösen.

    Welche Beschwerden verursacht die Blinddarmentzündung?

    Häufig beginnt das Krankheitsbild mit einem nicht genau lokalisierbaren Schmerz um den Nabel herum oder im Oberbauch. Dieser verlagert sich dann zunehmend in den rechten Unterbauch. Übelkeit, Erbrechen und Fieber sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl begleiten häufig den Schmerz. Schmerzen und übrige Krankheitszeichen können sich innerhalb weniger Stunden oder in 2-3 Tagen ausbilden.

    Welche Untersuchungen sind bei der Blinddarmentzündung erforderlich?

    Häufig ist die Befragung des Patienten über den Krankheitsverlauf und die körperliche Untersuchung bereits wegweisend für die Diagnose. Ergänzend werden sog. Entzündungswerte im Blut gemessen. Sofern diese Hinweise keine ausreichende Sicherheit bieten erfolgt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung des Bauches. Gelegentlich ist auch eine Computertomographie bei unklarem Befund notwendig. Bei Frauen ist zudem die gynäkologische Untersuchung hilfreich, um Entzündungen der Eierstöcke, Eierstockzysten und andere Ursachen ausschließen zu können.

    Warum muß die Blinddarmentzündung operiert werden?

    Erhärtet sich der Verdacht auf eine Appendicitis muß operiert werden, um eine weitere Ausbreitung der Entzündung zu verhindern. Geschieht dies nicht, kann die Appendix durchbrechen (perforieren) und eine gefährliche Bauchfellentzündung hervorrufen. Dies ist auch heute noch ein möglicherweise lebensbedrohliches Krankheitsbild. Lässt sich der Verdacht nicht erhärten, so kann eine stationäre Beobachtung des Patienten mit Verlaufskontrollen des klinischen Befundes, der Laborwerte und ggf. des Ultraschalles angezeigt sein.

    Wie wird die Blinddarmentzündung operiert?

    Die Entfernung des Wurmfortsatzes (Appendektomie) wird meistens minimal-invasiv (sog. Schlüsselloch-Chirurgie) mit 3 kleinen Schnitten am Bauch vorgenommen. Alternativ kann offen über einen relativ kleinen Schnitt im rechten Unterbauch operiert werden.

  • Gallensteinleiden (Cholecystolithiasis)

    Gallensteinleiden (Cholecystolithiasis)

    Was ist „die Galle“ und wie machen Steine krank?

    Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet und wird über die Gallengänge in den Zwölffingerdarm geleitet, wo sie zur Verdauung vor allem der Fette benötigt wird. Ein Teil der Flüssigkeit wird über einen Nebengang in die Gallenblase geleitet und dort gespeichert. So kann bei großem Nahrungsangebot zusätzliche Galle aus diesem Zwischenspeicher in den Darm gelangen. Gallensteine bilden sich, wenn die Zusammensetzung der einzelnen Bestandteile der Gallenflüssigkeit sich verändert. Jedoch nicht bei jedem Steinträger verursachen sie Beschwerden. Oft werden sie bei einer Ultraschalluntersuchung zufällig entdeckt, dann bedürfen sie auch keiner Therapie. Gallensteine, die in der Gallenblase liegen, können Entzündungen der Gallenblase hervorrufen (Cholecystitis). Kleinere Steine können aus der Gallenblase in die ableitenden Gallenwege gelangen und dort Verstopfungen mit Gallestau verusachen.

    Welche Beschwerden verursachen Gallensteine?

    Koliken: starke, krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die in den Rücken oder die Schulter ausstrahlen können. Bei Gallenwegsentzündungen zusätzlich Fieber.
    Entzündung der Gallenblase: rechtsseitiger Oberbauchschmerz, Fieber
    Bauchspeicheldrüsenentzündung: heftiger, meist gürtelförmiger Oberbauchschmerz, tritt auf, wenn ein Stein die gemeinsame Mündungsstelle des Hauptgallenganges und des Bauchspeichedrüsenganges verstopft

    Heller (lehmfarbener Stuhl) und dunkler Urin als Zeichen einer Abflußbehinderung mit Gallestau

    Welche Untersuchungen sind beim Gallensteinleiden erforderlich?

    Wird ein Gallensteinleiden aufgrund der geschilderten Beschwerden vermutet, so wird die Diagnose durch die Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes gesichert.
    Zusätzlich werden Blutwerte (sog. Leber-, Gallengangs- und Entzündungswerte) bestimmt.
    Gibt es Anzeichen für einen Stein im Gallengang (Choledocholithiasis), kann dieser mittels einer speziellen Form der Spiegelung über den Magen / Zwölffingerdarm aus dem Gallengang geborgen werden (ERCP), hierbei werden auch die Gallenwege mit Röntgenkontrastmittel dargestellt.

    Wann muß die Gallenblase operiert werden?

    Sofern die Gallensteine zufällig entdeckt werden und keine Beschwerden verursachen, besteht keine Notwendigkeit einer Operation. Sind die Gallensteine mit Koliken symptomatisch geworden besteht die Indikation zur Operation. Sofern eine akute Entzündung der Gallenblase vorliegt, ist meistens eine direkte Operation erforderlich.

    Wie wird die Gallenblase operiert?

    Der weitaus größte Teil der Gallenblasenoperationen wird minimal invasiv, d.h. in der sog. Schlüsselloch-Technik mit 3 – 4 kleinen Schnitten am Bauch durchgeführt. Dabei wird die Gallenblase mitsamt den Steinen über den Bauchnabel komplett entfernt.

    Gelegentlich ist bei der Operation ein Wechsel auf die konventionelle sog. offene Operationstechnik mittels Bauchschnitt am Rippenbogenrand erforderlich, wenn z.B. eine sehr schwere akute Entzündung oder Verwachsungen nach großen Vor-Operationen vorliegen.

    Welche Folgen hat das Fehlen der Gallenblase auf die Ernährung?

    Das Fehlen der Gallenblase hat in der Regel keine nachteiligen Auswirkungen auf die Ernährung, eine spezielle Diät ist nicht erforderlich. Gelegentlich treten Störungen der Fettverdauung auf mit Durchfall und/oder Blähungen.

  • Leistenbruch (Leistenhernie)

    Leistenbruch (Leistenhernie)

    Was bedeutet „Leistenbruch“?

    Als Leistenbruch wird eine krankhafte Vorwölbung von Organen der Bauchhöhle (Darm/Blase) oder Fettgewebe aus dem Bauchraum bezeichnet. Hierbei tritt das Gewebe über eine sog. Bruchpforte, eine Schwachstelle in der Bauchdecke, hervor. Diese Schwachstelle liegt häufig im Bereich des Leistenkanals (sog. indirekter Bruch), es kann aber auch zu einem direkten Durchtritt durch die Bauchwand kommen (sog. direkter Bruch).

    Der im Laufe des Lebens erworbene Leistenbruch wird begünstigt durch eine Druckerhöhung im Bauchraum z.B. bei chronischem Husten, Verstopfung etc. Einhergehend mit der Schwächung des Gewebes tritt der Leistenbruch oft im Zusammenhang mit einer körperlichen Anstrengung auf.

    Im Leistenkanal verlaufen beim Mann der Samenleiter, Blutgefäße zum Hoden und Nerven; bei der Frau befindet sich das runde Mutterband (ein Aufhängeband der Gebärmutter) im Leistenkanal.

    Welche Beschwerden verursacht der Leistenbruch?

    Sofern noch keine sichtbare Vorwölbung besteht, sind ziehende Schmerzen vor allem bei körperlicher Anstrengung erste Anzeichen. Wird der Bruch im Laufe der Zeit größer, so kann er beim Mann auch in den Hodensack hineinreichen.

    Welche Untersuchungen sind beim Leistenbruch erforderlich?

    In der Regel ist die körperliche Untersuchung mit Abtasten der Bruchpforten ausreichend. Hierbei stellt der Arzt die Vorwölbung von Organen und die erweiterte Bruchpforte fest.
    Ist der Bruch sehr klein oder bei der Tastuntersuchung nicht sicher abgrenzbar, wird ergänzend eine Ultraschalluntersuchung der Leistenregion durchgeführt.

    Warum muß der Leistenbruch operiert werden?

    Ist die Diagnose eines Leistenbruches gestellt, ergibt sich damit bereits die Indikation (=Notwendigkeit) zur Operation, da sich ein Leistenbruch im Laufe der Zeit nicht von selbst zurück bildet, sondern im Gegenteil immer größer wird. Es besteht die Gefahr der Einklemmung (=Inkarzeration) des vorgefallenen Organs z.B. des Darmes. Somit ist auch die konservative Therapie mit einem Bruchband nicht zielführend, da diese nur das Symptom der Vorwölbung zu beseitigen sucht, aber nicht den eigentlichen Defekt in der Bauchwand beseitigt.

    Die Operation sollte geplant erfolgen, möglichst bevor eine Einklemmung auftritt. Liegt eine Einklemmung vor, die sich nicht zurückschieben lässt, so muß die sofortige operative Versorgung erfolgen.

    Wie wird der Leistenbruch operiert?

    Bei der Leistenbruch-Operation wird das Gewebe freigelegt und die vorgefallenen Anteile in die Bauchhöhle zurückverlagert. Die Schwachstelle in der Bauchwand (=Bruchpforte) wird verschlossen. Hierzu stehen verschiedene Methoden zur Wahl:

    OP nach Shouldice: Konventionelle Operation (= offene OP über Leistenschnitt) mit Naht des körpereigenen Gewebes zur Stabilisierung der Bauchwand.
    Vorteil: Es wird, abgesehen vom Nahtmaterial, kein Fremdmaterial eingebracht. Auch ohne Vollnarkose durchführbar.
    Nachteil: Bis zur vollen Belastbarkeit lange köperliche Schonung erforderlich (ca. 12 Wochen)

    OP nach Lichtenstein: Konventionelle Operation (= offene OP über Leistenschnitt) mit Einpflanzung eines Kunststoffnetzes zur Stabilisierung der Bauchwand.
    Vorteil: geringere Rückfallrate als bei Shouldice-OP, auch ohne Vollnarkose durchführbar. Frühe körperliche Belastung möglich (ca. 2 Wochen nach OP).
    Nachteil: Fremdmaterial erforderlich

    Minimal-invasive Operation (TAPP / TEP) (per Bauchspiegelung, sog. Schlüsselloch-Chirurgie) Einpflanzung eines Kunststoffnetzes zur Stabilisierung der Bauchwand.
    Vorteil: geringere Rückfallrate als bei Shouldice-OP, weniger Schmerzen, sofortige Belastung möglich (ca. 1 Woche nach OP).
    Nachteil: Fremdmaterial erforderlich, Eingriff nur in Vollnarkose möglich.
    Welches Verfahren bei Ihnen zur Anwendung kommt, wird im ausführlichen Gespräch mit dem Arzt gemeinsam mit Ihnen entschieden.

  • Nabelbruch (Nabelhernie)

    Nabelbruch (Nabelhernie)

    Was bedeutet „Nabelbruch“ (Nabelhernie) / Bauchdeckenbruch oberhalb des Nabels (epigastrische Hernie)?

    Beim Nabelbruch besteht eine präformierte Schwachstelle der Bauchwand (dort, wo die Nabelschnurgefäße hindurchtraten) direkt im Bereich des Nabels, so dass hierdurch Gewebe aus dem Bauchraum unter die Haut heraustreten kann.

    Beim epigastrischen Bruch liegt die Bruchlücke in der Mittellinie des Bauches auf der Strecke zwischen Unterrand des Brustbeins und des Nabels.

    Welche Beschwerden verursacht der Nabelbruch / epigastrische Bruch?

    Charakteristisch ist die Vorwölbung im Nabelbereich mit Verstreichen der Nabelgrube, lokale Schmerzen, besonders bei körperliche Belastung, können auftreten.

    Bei den epigastrischen Brüchen liegt die Vorwölbung entsprechend oberhalb des Nabels.

    Welche Untersuchungen sind beim Nabelbruch / epigastrischen Bruch erforderlich?

    Die körperliche Untersuchung ist meistens ausreichend, um derartige Brüche zu diagnostizieren. Falls nötig wird ergänzend eine Ultraschalluntersuchung der Bauchwand druchgeführt.

    Warum muß der Nabelbruch / epigastrischer Bruch operiert werden?

    Wie bei anderen Bauchwandbrüchen besteht auch hier das Risiko der Einklemmung vorgefallener Darmanteile. Um dieser „Notsituation“ zuvor zu kommen, sollten diese Brüche geplant versorgt werden.

    Eine Spontanheilung mit Verschwinden des Bruches ist nicht zu erwarten, somit ist nach Diagnosesicherung auch die Indikation zur Operation gegeben. Die Ausnahme hiervon sind Nabelbrüche bei Kindern unter 6 Jahre, da bei ihnen noch die Möglichkeit des Spontanverschlusses einer Nabelhernie besteht. Hier kann mit der Operation gewartet werden, sofern keine Beschwerden bestehen.

    Wie wird der Nabelbruch / epigastrische Bruch operiert?

    Konventionelle Operation mit Bauchschnitt
    Am Unterrand des Nabels wird ein halbkreisförmiger Schnitt angelegt und die Nabelhaut von der Unterlage abgehoben. Der Bruchsack wird abgetragen. Bei sehr kleinen Brüchen kann die Bruchpforte mit Naht direkt verschlossen werden. In der Mehrzahl der Fälle wird aber eine Bachwandverstärkung mit Einpflanzung eines Kunststoffnetzes in die Bauchwand erfolgen.

    Die Versorgung der epigastrischen Brüche erfolgt in analoger Weise. Hier wird der Hautschnitt direkt über dem Bruch geführt

    Minimal invasive Operation (per Bauchspiegelung, „Schlüsselloch-Chirurgie“)
    (sog. Intraperitoneale Onlay Mesh Plastik [IPOM])
    Hierbei wird der Bruch von innerhalb der Bauchhöhle aus versorgt. Per Bauchspiegelung wird zunächst das vorgefallene Gewebe in die Bauchhöhle zurückverlagert und dann ein Kunststoffnetz von innen vor die Bruchpforte gelegt. Das Netz wird mit Fäden ausgespannt und mit resorbierbaren Ankern an der Bauchdecke befestigt. Das Netz wird von einer Gewebeschicht überwachsen, so dass es auch nach Auflösung der Anker in seiner Position bleibt.
    Dieses Verfahren ist jedoch meistens den Rezidivbrüchen (erneuter Bruch nach bereits erfolgter Operation) oder ungünstigen lokalen OP-Bedingungen (z. B. extrem übergewichtiger Patient) vorbehalten.

    Die Versorgung der epigastrischen Brüche erfolgt in analoger Weise. Hier wird der Hautschnitt direkt über dem Bruch geführt

    Welches Verfahren bei Ihnen zur Anwendung kommt, wird im Vorgespräch mit dem Arzt entschieden.

  • Narbenbruch (Narbenhernie

    Narbenbruch (Narbenhernie)

    Was bedeutet „Narbenbruch“

    Ein Narbenbruch kann im Bereich von Operationsnarben an der Bauchwand entstehen, wenn dort eine Schwächung der Bauchwand auftritt. In der Bauchwand entsteht dann eine Lücke (die sog. Bruchpforte) durch die Gewebe aus der Bauchhöhle (z.B. Fettgewebe oder Darmanteile) unter die Haut vorfallen kann. Dieser „Vorfall“ ist dann als Vorwölbung sicht- und tastbar.
    Ein Narbenbruch muss nicht notwendigerweise Beschwerden verursachen, gefürchtet ist jedoch die Einklemmung von Darmanteilen in der Bruchpforte, die dann absterben können, weil durch die Einklemmung die Blutzufuhr vermindert ist.

    Welche Beschwerden verursacht der Narbenbruch?

    Häufig bemerken die Patienten eine zunächst kleine Vorwölbung im Narbenbereich, diese kann sich im Zeitverlauf dann mehr oder weniger rasch vergrößern. Insbesondere bei der Betätigung der Bauchmuskulatur (z. B. beim Stuhlgang oder Husten, schwerem Heben, Sport) tritt die Vorwölbung besonders deutlich hervor. Zudem können lokale Schmerzen auftreten.
    Der Bruch kann meist per Hand in die Bauchhöhle zurück gedrückt (reponiert) werden.
    Bestehen allerdings starke Schmerzen und ist der Bruch nicht mehr verschieblich, liegt möglicherweise eine Einklemmung vor. Dann sollte unverzüglich eine Arztkonsultation erfolgen, damit entweder der Bruch durch den Arzt reponiert werden kann oder bei nachgewiesener Einklemmung eine umgehende Operation erfolgen kann bevor das vorgefallene Gewebe abstirbt.

    Welche Untersuchungen sind beim Narbenbruch erforderlich?

    Meistens kann die Diagnose durch die körperliche Untersuchung des Patienten gestellt werden. Gelegentlich ist bei kleinen Bruchlücken, die nur schwer tastbar sind, eine ergänzende Ultraschalluntersuchung der Bauchdecke erforderlich.

    Warum muß der Narbenbruch operiert werden?

    Ein Narbenbruch bildet sich nicht von selbst zurück. Im Gegenteil kommt es durch den Innendruck im Bauchraum zu einer stetigen Vergrößerung der Bruchpforte, so dass immer mehr Darmanteile unter die Haut vorfallen können. Zudem besteht jederzeit die Gefahr der Einklemmung. Um dieser „Notfallsituation“ vorzubeugen, besteht prinzipiell mit der Diagnosestellung auch die Notwendigkeit einer Operation.

    Wie wird der Narbenbruch operiert?

    Konventionelle Operation mit Bauchschnitt:
    Bei sehr kleinen Brüchen kann die Bauchdecke nach Wiedereröffnung der alten Narbe durch eine Naht wieder vereinigt werden.
    Bei größeren Brüchen wird nach Eröffnung der Narbe die Bauchdecke durch Einpflanzung eines Kunststoffnetzes verstärkt. Dabei wird das Netz hinter die Muskelhaut eingebracht (sog. Sublay-Technik) und mit Nähten an der Bauchwand fixiert.

    Minimal invasive Operation (per Bauchspiegelung, „Schlüsselloch-Chirurgie“)
    (sog. Intraperitoneale Onlay Mesh Plastik [IPOM]):
    Hierbei wird der Bruch von innerhalb der Bauchhöhle aus versorgt. Per Bauchspiegelung wird zunächst das vorgefallene Gewebe in die Bauchhöhle zurückverlagert und dann ein Kunststoffnetz von innen vor die Bruchpforte gelegt. Das Netz wird mit Fäden ausgespannt und mit resorbierbaren Ankern an der Bauchdecke befestigt. Das Netz wird von einer Gewebeschicht überwachsen, so dass es auch nach Auflösung der Anker in seiner Position bleibt.

    Welches Verfahren bei Ihnen zur Anwendung kommt, wird im Vorgespräch mit dem Arzt entschieden.

  • Refluxkrankheit

    Refluxkrankheit

    Was bedeutet Refluxkrankheit?

    Die Refluxkrankheit (GERD = gastro-esophageal reflux disease) ist die häufigste gutartige Erkrankung des Magen-Darm-Trakts weltweit. In seltenen Fällen kann durch die Refluxkrankheit eine Vorstufe von Speiseröhrenkrebs entstehen. Am Übergang von der Speiseröhre in den Magen befindet sich ein Schließmuskel, der den Rückfluss (Reflux) von Magensäure in die Speiseröhre verhindert. Funktioniert dieser nicht richtig, so kann eine Refluxerkrankung entstehen. Meist liegt ursächlich ein Zwerchfellbruch vor (Hiatushernie).

    Welche Beschwerden verursacht die Refluxkrankheit?

    Das häufigste Symptom ist Sodbrennen und saures Aufstoßen, aber auch Begleitsymptome wie Asthma, Husten, Schluckbeschwerden, Kehlkopfentzündung oder Schmerzen hinter dem Brustbein können auftreten. Die Beschwerden sind auf eine chronische Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut zurückzuführen (Refluxösophagitis), die durch das Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre entsteht.

    Welche Untersuchungen sind erforderlich?

    Die typischen Beschwerden geben dem Arzt erste Hinweise auf eine Refluxösophagitis. Allerdings gibt es eine Reihe anderer Krankheiten, die ebenfalls Brustschmerzen verursachen. Diese müssen ausgeschlossen werden.

    • Eine Magenspiegelung (Ösophago-Gastroskopie) ist die Methode der Wahl. Veränderungen der Schleimhaut sind so direkt erkennbar. Gegebenenfalls werden während der Magenspiegelung Schleimhautproben entnommen.
    • Bei bestimmten Fällen wird ein pH-Metrie durchgeführt: Der Patient schluckt eine kleine Sonde, welche die Konzentration der Säure in der Speiseröhre misst.
    • Zur Differenzierung zwischen anderen Krankheiten der Speiseröhre bedarf es mitunter einer sog. Ösophagus-Manometrie. Hierbei werden Drücke in der Speiseröhre und in ihrem unteren Schließmuskel gemessen.
    • Besteht ein großer Zwerchfellbruch wird gegebenenfalls eine Röntgen-Kontrastdarstellung erforderlich.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Die Therapie besteht zunächst aus säureblockierenden oder säurebindenden Medikamenten, welche meist lebenslang eingenommen werden müssen. Wenn die Medikamente nicht den erwünschten Erfolg zeigen oder der Patient diese nicht verträgt bzw. sonstige Gründe gegen die lebenslange medikamentöse Therapie sprechen, können diese Patienten minimal-invasiv operiert werden. Durch eine Operation kann das saure Aufstoßen dauerhaft behandelt werden und meist muss der Patient keine Medikamente mehr einnehmen. Bei dieser Operation ist kein Bauchschnitt notwendig, der Eingriff erfolgt über eine Bauchhöhlenspiegelung = Laparoskopie (Schlüsselloch-Operation), d.h. es werden über minimale Schnitte chirurgische Instrumente in die Bauchhöhle eingebracht und ein Teil des Magens wie eine Manschette um die Speiseröhre geschlungen. Dadurch wird die Funktion des Schließmuskels wiederhergestellt (laparoskopische Fundoplikatio). Liegt außerdem ein Zwerchfellburch vor, wird dieser verschlossen. Dieses Verfahren ist für die Patienten besonders schonend.

    Organisatorischer Ablauf einer Refluxoperation

    Fast alle Patienten, die zur Refluxoperation in unsere Klinik kommen, werden über unser zentrales Patienten-Management vor der stationären Aufnahme ambulant komplett für die Operation vorbereitet. Die Operation findet dann am Aufnahmetag statt. Nach der Operation verbleiben Sie in der Regel 3-5 Tage bei uns.

    Nach der Operation

    Nach einer Refluxoperation treten für wenige Tage Wundschmerzen und Schulterschmerzen sowie ein Muskelkater der Bauchmuskulatur auf. Diese Beschwerden werden prophylaktisch durch Medikamente behandelt. Sie können am Abend der Operation wieder trinken und am nächsten Tag auch wieder essen. In manchen Fällen kann es am Anfang zu leichten Schluckbeschwerden kommen, um das zu vermeiden, ist es wichtig, die Speisen gut zu kauen. Danach sind Einschränkungen in der Nahrungsaufnahme meist nicht erforderlich. Die säureblockierenden Medikamente werden nach der Operation nicht mehr benötigt. Hautfäden brauchen nicht gezogen zu werden. In der Regel ist nur ein kurzer Krankenhausaufenthalt von 4-5 Tagen notwendig. Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder belasten. Die Einschränkung dauert ca. 2 Wochen, nach dieser Zeit sind Sie wieder uneingeschränkt belastbar und arbeitsfähig.

  • Divertikelkrankheit

    Divertikelkrankheit

    Was bedeutet Divertikelkrankheit?

    Bei Divertikeln des Dickdarmes, welche in westlichen Industrieländern häufig vorkommen (Anstieg mit zunehmendem Lebensalter, jeder 3. der über 60-jährigen), handelt es sich um erworbene Ausstülpungen der Darmwand. Zu über 80% ist der S-Darm (Sigma) befallen. Dies ist der vorletzte Teil des Dickdarms, der sich im linken Unterbauch befindet. Bei der Mehrzahl der Menschen verursachen diese Divertikel keine Beschwerden, sie haben keinen Krankheitswert. Man spricht von einer reizlosen Divertikulose. Der genaue Entstehungsmechanismus der Erkrankung ist bis heute nicht geklärt. Als Ursache für die Bildung von Divertikeln wird eine faser- und ballaststoffarme Kost, gesteigerte Drücke im Darm (wie z.B. bei Verstopfung) und altersbedingte Darmwandveränderungen angesehen.

    Welche Beschwerden verursacht die Divertikelkrankheit?

    Typische Beschwerden sind starke Schmerzen im linken Unterbauch mit krampfartigem oder auch anhaltendem Charakter, Fieber, Stuhlunregelmäßigkeiten, Schmerzen beim Wasserlassen. Beim Auftreten von Beschwerden oder Komplikationen spricht man von einer sog. Divertikelkrankheit. Als Ursache der Beschwerden liegt meist eine Entzündung von einem oder mehreren dieser Divertikel vor, man spricht von einer Sigmadivertikulitis oder kurz Divertikulitis. Etwa 10-20% aller Menschen mit Divertikeln entwickeln im Laufe ihres Lebens eine solche Divertikulitis.

    Als Komplikation einer Divertikulitis kann eine Perforation der Darmwand auftreten. Dann treten Darmbakterien aus dem Darm aus. Hierbei wird das Loch in der Darmwand entweder von Bauchfett abgedeckt, dann entsteht ein Abszess (Eiteransammlung), oder das Leck im Darm hat Verbindung mit der freien Bauchhöhle, dann läuft Stuhl in die Bauchhöhle, es entsteht eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) und gegebenenfalls eine Blutvergiftung (Sepsis).

    Eine weitere Komplikation stellt die Divertikelblutung dar. Diese kann gemeinsam mit einer Entzündung oder auch für sich alleine auftreten. Als Folgen von mehreren Entzündungsschüben kann sich im betroffenen Darmabschnitt eine narbige Enge entwickeln, die zu Verstopfung oder schmerzhafter Darmentleerung führen kann.

    Welche Untersuchungen sind erforderlich?

    Wenn Ihre Vorgeschichte oder die klinische Untersuchung den Verdacht auf eine akute Divertikelkrankheit / Divertikulitis nahe legen, sollten folgende Untersuchungen erfolgen:

    • Eingehende körperliche Untersuchung durch den Arzt
    • Die Bestimmung der Entzündungswerte im Blut
    • Eine Ultraschalluntersuchung des Bauches
    • Eine Computertomografie (CT) des Bauches
    • Eine Darmspiegelung (Koloskopie)

    Vor allem die Computertomografie kann mit hoher Sicherheit die Diagnose einer Divertikulitis von anderen Beschwerdeursachen abgrenzen. Hier kann zudem das Ausmaß der Divertikulitis am besten beurteilt werden. Sollte bei Ihnen eine operative Behandlung der Divertikulitis geplant sein, muss eine Darmspiegelung möglichst vor der Operation andere Dickdarmerkrankungen ausschließen. In seltenen Fällen erfolgt die Durchführung eines Kontrasteinlaufes mit konventioneller Röntgenuntersuchung.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Die Divertikulose ist nicht behandlungsbedürftig, es empfiehlt sich aber, auf eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Trinkmenge und körperliche Bewegung zu achten. Die Therapie der Divertikulitis ist abhängig vom Ausmaß der Entzündung, die sich in der Computertomografie darstellt sowie dem Auftreten der anderen oben genannten Komplikationen.

    Konservative Behandlung

    Die unkomplizierte Divertikulitis – häufig nur mit mäßigen Schmerzen ohne Fieber / Krankheitsgefühl – lässt sich in der Regel durch eine Antibiotika-Gabe, Schmerzmedikamente und Schonkost über ca. 1 Woche zur Ausheilung bringen. Die Beschwerden gehen dann rasch zurück und Sie erholen sich nach wenigen Tagen. Ob und wann eine erneute Entzündung auftritt (Rezidiv) oder sich eine Komplikation einstellt, kann jedoch nicht vorhergesagt werden. Über die Frage, wie oft man eine Rezidiv-Divertikulitis konservativ, d.h. ohne Operation, behandeln sollte, wird noch diskutiert. Es gilt zumindest als gesichert, dass mit der Häufigkeit der Entzündung die Wahrscheinlichkeit einer schweren Komplikation  nicht zunimmt.

    Operation

    Wenn ein Darmdurchbruch mit Bauchfellentzündung besteht ist meist eine umgehende Operation erforderlich. Zudem gilt, dass eine Operation mit Entfernung des entzündeten Darmabschnitts erfolgen sollte, wenn eine Divertikulitis mit Komplikationen (Abszess, gedeckter Darmdurchbruch, Engstellung des Darms, Fistel) aufgetreten ist und zudem, wenn anhaltende Beschwerden unter der konservativen Behandlung verbleiben. Die Divertikelblutung kommt in ca. 80% der Fälle von selbst zum Stillstand, jeder 4. Patient erlebt jedoch eine erneute Blutung. In der lebensbedrohlichen Blutung muss notfallmäßig operiert werden.

    Organisatorischer Ablauf einer Operation

    Zur OP-Vorbereitung zählt zunächst die Aufklärung über den geplanten Eingriff durch den Arzt. Hier haben Sie die Möglichkeit Fragen zu stellen und alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Eine spezielle Darmreinigung ist nicht erforderlich. Dieser Eingriff erfolgt ausnahmslos in Vollnarkose und meist unter zusätzlicher Rückenmarksnarkose. In der Regel erfolgt die Operation in Schlüsselloch-Technik als minimal-invasiver Eingriff. Hierzu wird nach Einleiten von CO2-Gas in die Bauchhöhle über 4 kleine Hautschnitte und Einführen von chirurgischen Instrumenten in die Bauchhöhle der S-Darm von seinen Verwachsungen gelöst und über einen kleinen Hilfsschnitt über dem Schambein entfernt. Die Darmneuverbindung erfolgt über ein durch den After eingeführtes Klammernahtgerät. Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist nur in Ausnahmefällen nötig.

    Nach der Operation

    Alle Bemühungen nach der Operation zielen auf eine möglichst rasche Erholung, hier kommt das sogenannte “fast-track“- Prinzip (frei übersetzt: Schnellspur) zur Anwendung: Nach der Operation erhalten Sie eine wirksame und schonende Schmerztherapie. Der Kostaufbau erfolgt in Abhängigkeit von Ihrem Befinden ab dem ersten Tag nach der Operation mit Suppen und Joghurt, ab dem zweiten Tag dürfen Sie wieder Schonkost essen. Alle Schläuche – Venenzugang, Urinkatheter, Drainage – werden, falls überhaupt vorhanden, so früh wie möglich entfernt. Bereits am Abend des OP-Tages dürfen und sollen Sie wieder aufstehen. Einen normalen Verlauf, vorausgesetzt liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach der Operation bei ca. 7 Tagen. Bei Entlassung sollten sich Ihre Wundschmerzen auf ein Minimum reduziert haben. Die vollständige Normalisierung Ihrer Darmtätigkeit und Stuhlgewohnheiten kann in Einzelfällen noch zwei bis drei Wochen dauern, anhaltende Einschränkungen sind aber nicht zu erwarten. Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder belasten. Eine besondere Diät brauchen Sie anschließend nicht einhalten, auf eine ausgewogene faser- und ballaststoffreiche Ernährung sollte jedoch geachtet werden.

  • „Fast-track“-Rehabilitation („Fast-track“-Chirurgie)

    „Fast-track“-Rehabilitation („Fast-track“-Chirurgie)

    Was bedeutet „Fast-track“-Rehabilitation?

    Wörtlich übersetzt heißt „fast-track“ Schnellspur. Das bedeutet nicht, dass eine Operation möglichst schnell durchgeführt werden soll. Vielmehr steckt ein relativ neues Behandlungskonzept dahinter, bei dem Ärzte, Pfleger und Patienten gemeinsam daran arbeiten, die negativen Begleiterscheinungen einer Bauchoperation möglichst gering zu halten und eine schnelle Erholung nach der Operation zu gewährleisten. Grundgedanke ist, die negativen Einflüsse auf den Organismus auf ein Minimum zu beschränken und die selbstheilenden Kräfte des Körpers zu mobilisieren. Somit kann die Kaskade aus Angst, Stress, Unselbständigkeit, Schmerz, Organfunktionsstörungen, Immobilisation und die daraus resultierenden Komplikationen wirkungsvoll durchbrochen werden. Dieses inzwischen sehr erfolgreiche Konzept bedeutet für den Patienten geringere allgemeine Risiken, bessere und schnellere Erholung nach einer Operation und führt nebenbei zu einer Verkürzung des stationären Aufenthaltes.
    Diese Vorgehensweise wurde Ende der 1990er Jahre in Kopenhagen von Prof. Kehlet vorgestellt und in Deutschland maßgeblich von Prof. Schwenk aus der Charité, Berlin, verbreitet.

    Welche Erkrankungen werden so behandelt?

    Grundsätzlich können alle chirurgischen Erkrankungen auf diese Art behandelt werden, ein Schwerpunkt liegt jedoch auf den geplanten Operation der Bauchhöhle, insb. größere Operationen an Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse, Dünn- und vor allem Dickdarm.

    Aus welchen Bausteinen besteht die „Fast-track“-Rehabilitation?

    Vermeidung von Stress

    Wo immer möglich, müssen Angst und Stress auslösende Faktoren kontrolliert und minimiert werden. Dies beginnt mit einem einfühlsamen Gespräch und einer ausführlichen Aufklärung über die Erkrankung, deren Behandlung und den zu erwartenden Ablauf. Am Abend und am Morgen vor der Operation erhalten die Patienten zudem ein den Schlaf förderndes und die Angst lösendes Medikament, um ausgeruht in die Operation zu gehen.

    Optimale Schmerzbehandlung

    Schmerzen sind nach Operationen nicht vollkommen vermeidbar, aber sie können durch geeignete Maßnahmen so erträglich gemacht werden, dass sie die weitere Genesung nicht behindern. Die wirkungsvollste Form der Schmerzbehandlung bei großen bauchchirurgischen Operationen ist die Periduralanalgesie (PDA) mit Hilfe eines sehr dünnen rückenmarksnahen Katheters. Sie hemmt nicht nur die Weiterleitung der Stressreize zum Gehirn, sondern vermeidet auch die Schmerzwahrnehmung äußerst effektiv. Ein wichtiger Effekt der PDA Behandlung liegt darin, dass die Darmlähmung, die nach großen Bauchoperationen sonst regelhaft auftritt und zu Übelkeit und Erbrechen führen kann, fast völlig vermieden werden kann. Diese Form der Schmerztherapie wird ergänzt durch möglichst nebenwirkungsarme Medikamente, die je nach Bedarf zusätzlich eingenommen werden können. Bereits 2 Tage nach der Operation sind die Schmerzen in der Regel so weit abgeklungen, dass der Schmerzkatheter entfernt werden kann und die Behandlung mit Tabletten allein fortgesetzt werden kann.

    Körperliche Aktivität

    Längere Phasen der Bettlägerigkeit gehen mit einem deutlich erhöhten Risiko von Lungenentzündungen, Thrombosen und Embolien einher. Außerdem nimmt die Müdigkeit zu und die körperlichen Kräfte schwinden rasch. Sie sollten aktiv und effektiv mithelfen, diese Gefahren auf ein Minimum zu beschränken, indem Sie bereits vor der Operation möglichst wenig im Bett liegen und die freie Zeit zu körperlicher Aktivität nutzen. Nach der Operation werden Sie noch am Operationstag mit Hilfe des Pflegepersonals aufstehen, auf dem Stationsflur gehen und im Stuhl sitzen. Bereits am Folgetag sollten Sie das Ziel, sich mehrere Stunden außerhalb des Bettes aufzuhalten, wieder erreichen.

    Ernährung

    Damit der Körper nicht zu sehr austrocknet und Energiereserven aufgebaut werden können, die Sie für die Operation benötigen, können und sollten Sie bis 2 Stunden vor der Operation klare Flüssigkeiten trinken. Feste Nahrung darf nur bis 6 Stunden vor der Operation verzehrt werden. Eine Darmspülung zur Vorbereitung der Operation ist meist nicht mehr notwendig. Bereits am Nachmittag des Operationstages dürfen und sollen Sie wieder trinken. Am nächsten Morgen wird Ihnen bereits ein leichtes Frühstück serviert werden.

    Chirurgische Techniken

    Die Ziele der Chirurgischen Technik im Rahmen der „Fast-track“-Rehabilitation bestehen in erster Linie darin, die Verletzungen zu minimieren. Das wird am besten durch die minimal-invasive oder laparoskopische Chirurgie (auch Schlüsselloch-Chirurgie genannt) erreicht. Wenn diese OP-Technik nicht möglich ist, bevorzugen wir quere Schnitte an der Bauchdecke, weil dadurch die postoperativen Schmerzen und Lungenfunktionsstörungen vermindert werden können. Wir verzichten weitgehend auf die Verwendung von Wunddrainagen und Magensonden, weil diese für den Patienten belastend sind und der Nutzen nicht gesichert ist. Blasenkatheter können bereits am Morgen nach der Operation entfernt werden.

    Zusammenwirken der Einzelbausteine

    Ein Konzept, dass auf wesentliche Bausteine verzichtet, wird nicht zum Erfolg führen. Gerade weniger Angst bedeutet geringere Anspannung und Schmerzen. Weniger Stress bedeutet eine bessere Organfunktion. Nur der weitgehend schmerzfreie Patient ist motiviert, aktiv an der Mobilisation mitzuwirken. Weniger Darmlähmung macht den schnellen Kostaufbau möglich. Alle Verbesserungen gemeinsam reduzieren die Abhängigkeit von Ärzten und Pflegepersonal und beschleunigen die Selbstregulation des Organismus.
    Dieser gesamte Ablauf wird überwacht und natürlich den Bedürfnissen des einzelnen Patienten angepasst. Unser Ziel ist dabei, die oben genannten Risiken zu minimieren, damit Sie besser und schneller nach einer Operation genesen. Der Entlassungstermin wird individuell in Absprache mit Ihnen festgelegt.

Tumortherapie

Tumortherapie

In der Chirurgischen Klinik I bildet die Behandlung onkologischer Krankheitsbilder einen der wichtigsten Schwerpunkte.

In Kooperation mit der Medizinischen Klinik I wird eine interdisziplinäre Bauchstation betrieben.

In der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz  mit den Kollegen der Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie, Pathologie und Radiologie wird für jeden Tumorpatienten ein leitliniengerechtes, interdisziplinäres Behandlungskonzept erarbeitet, welches dann verbindlich umgesetzt wird. So werden auf dem Gebiet der kolorektalen onkologischen Chirurgie eine Vielzahl von Operationen jährlich durchgeführt und eine Zertifizierung als Darmzentrum erfolgt.

  • Schilddrüsenkrebs

    Knoten in der Schilddrüse

    Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung weißt knotige Veränderungen im Schilddrüsengewebe auf. Diese werden oft durch einen Zufall beim Abtasten des Halses oder  bei eine Routineuntersuchung festgestellt. Es erfolgen dann ein Reihe weiterer Untersuchungen (Blutentnahme, Ultraschall und Untersuchungen zur Bestimmung des Stoffwechselverhaltens der Schilddrüse), um die Art des Knotens abzuklären. Meist sind sog. kalten Knoten(Schilddrüsengewebe ohne Hormonaktivität) im Schilddrüsenszintigramm ein Grund für die Vorstellung beim Chirurgen. In kalten Knoten versteckt sich in 5 bis 7% ein Schilddrüsenkrebs. Besonders wenn diese Knoten in den Kontrolluntersuchungen ein Größenwachstum zeigen, wird eine Operation zur histologischen (= feingeweblichen) Abklärung empfohlen. In seltenen Fällen kann sich aber auch in szintigraphisch warmen oder heißen Knoten ein Krebsleiden verbergen.

    Welche Schilddrüsenkrebsarten gibt es und kann man Schilddrüsenkrebs im Blut feststellen?

    Diese Fragen werden in unserer Schilddrüsensprechstunde häufig gestellt. Dazu muss man „den“ Schilddrüsenkrebs etwas genauer betrachten. Man unterscheidet hier insgesamt vier große Gruppen. Auf der einen Seite ist der weitaus häufigste der sogenannte differenzierte Schilddrüsenkrebs (dem Muttergewebe noch sehr ähnlich), der vom Verhalten weniger bösartig ist. Dieser teilt sich auf in eine papilläre (50%) und follikuläre (35%)  Form und hat in der Regel eine sehr gute Prognose. Einen zuverlässigen Tumormarker, d.h. einen spezifischen Blutwert gibt es hier leider nicht. Deshalb ist man auf andere Untersuchungen angewiesen. Dies sind die oben genannten Untersuchungen mit Ultraschall und Szintigraphie.

    Die dritte Gruppe ist das sog. medulläre Schilddrüsencarcinom (5%), das aus ebenfalls in der Schilddrüse liegenden C – Zellen entsteht. Diese Zellen schütten das Hormon Calcitonin aus, das den Kalzium – Phosphathaushalt reguliert. Es handelt sich dabei um einen sehr seltenen Tumor, z.T. mit familiärer Häufung. Diese Form von Schilddrüsenkrebs ist aggressiver und schlechter zu behandeln. Die Aussicht auf eine Heilung ist maßgeblich von der Radikalität der ersten Operation und einer gleichzeitigen Entfernung benachbarter Lymphknoten abhängig. Bei dieser Form gibt es einen sehr aussagekräftigen Blutwert, das Calcitonin. Obwohl der Tumor selten ist, wird bei uns vor jeder geplanten Schilddrüsenoperation dieser Wert bestimmt. Bei einer Erhöhung des Wertes sind weitere Tests erforderlich. Nur so ist eine adäquate Operation auch bei diesem seltenen Tumor planbar.

    Die vierte Gruppe stellt  das anaplastische Schilddrüsencarcinom (10%) dar. Es handelt sich um ein dem Muttergewebe nur noch sehr wenig gleichendes (= entdifferenziertes) Gewebe. Dieses tritt meist im höheren Alter auf und ist sehr bösartig. Leider ist die Prognose eines solchen Tumors  sehr schlecht. Oft ist die Krankheit wegen ihres schnellen Wachstums so fortgeschritten, dass eine operative Therapie nicht mehr möglich ist. Hier erfolgt dann eine Therapie durch Medikamente (Chemotherapie) oder Bestrahlung.

    Im Folgenden sind nochmals die Details zu den einzelnen Schilddrüsentumorarten beschrieben.

    1. Papilläres Karzinom

    • Häufig multifokal, d.h. beidseits oder an verschiedenen Stellen in der Schilddrüse gleichzeitig
    • Häufig Absiedlung in Lymphknoten
    • Gehäuft bei jüngeren Patienten
    • Sehr gute Prognose auch bei bereits vorhandenen Lymphknotenmetastasen
    • Meist Operation mit kompletter Entfernung der Schilddrüse und der benachbarten Lymphknoten, häufig in zwei Operationen ( bei sog. Mikrokarzinomen unter 1 cm Größe ist  keine Nachoperation erforderlich )
    • Postoperativ erfolgt in unserem Haus generell die Vorstellung in der Abteilung der Nuklearmedizin von Herrn Prof. Dr. Schober in der Uniklinik Münster zur eventuellen Durchführung einer Radiochemotherapie und der Einleitung einer entsprechenden Nachsorge

    2. Follikuläres Karzinom

    • Zwei Typen: gekapselt (bessere Prognose)  und breit invasiv
    • Gehäuft Absiedlung über die Blutwege in Skelett und Lunge
    • Zunahme mit steigendem Lebensalter
    • Schlechtere Prognose bei vorliegenden Metastasen
    • Operation mit Thyreoidektomie und ausgedehnte Lymphknotenentfernung am Hals, häufig in zwei Operationen.
    • Postoperativ erfolgt in unserem Haus generell die Vorstellung in der Abteilung der Nuklearmedizin von Herrn Prof. Dr. Schober in der Uniklinik Münster zur obligaten
    • Durchführung einer Radiochemotherapie und der Einleitung einer entsprechenden Nachsorge

    3. Medulläres Schilddrüsenkarzinom

    • Die Blutwerte Calcitonin und CEA sind erhöht
    • Gehäufte Absiedlungen in den Halslymphknoten und später auch über die Blutbahn, schlechtere Prognose bei primär vorliegenden Lymphknotenmetastasen
    • In 25% handelt es sich um einen familiären, erblichen Tumor
    • Operation mittels kompletter Entfernung der Schilddrüse und ausgedehnter Entfernung der Halslymphknoten
    • Die Radikalität der ersten Operation ist entscheidend für die Prognose!
    • Eine Radiojodtherapie kann nicht durchgeführt werden, da der Tumor nicht am Jodstoffwechsel teilnimmt. Auch eine Chemotherapie oder Bestrahlung ist wenig erfolgversprechend

    4. Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom

    • Oft liegt bei der Diagnosestellung bereits eine Inoperabilität vor
    • Wenn möglich operative Entfernung des Tumors und der Schilddrüse
    • Bestrahlung und Chemotherapie
    • Schlechte Prognose, da auch diese Tumoren nicht am Jodstoffwechsel teilnehmen und deshalb eine Radiojodtherapie nicht durchgeführt werden kann

    Wie erfolgt der Ablauf in unserer Klinik?

    Meist erfolgt die Vorstellung der Patienten in unserer Klinik nach Durchführung einer Schilddrüsenszintigraphie in einer nuklearmedizinischen Praxis. Dazu haben wir eine Schilddrüsensprechstunde (jeden Donnerstag 13:00-15:00, Terminvergabe über Frau Kersting, Tel.: 025418947343) eingerichtet. In dieser sog. „Indikationssprechstunde“ wird die Operationsnotwendigkeit  von einem Facharzt festgestellt.

    Bitte bringen Sie alle vorhandenen Untersuchungsergebnisse, wie z.B. Sonographie-, Szintigraphie- und Blutuntersuchungsergebnisse mit.

    In der Indikationssprechstunde wird dann auf Wunsch des Patienten ein Operationstermin festgelegt und eine Blutentnahme zur Bestimmung des Calcitoninwertes durchgeführt. Sie können aber auch gerne zunächst einen reinen Beratungstermin erhalten ohne sich auf eine Operation festlegen zu müssen. Bei einem auffälligen Calcitoninwert werden Sie telefonisch von uns informiert.

    Vor der Operation muss von einem HNO – Arzt die Funktion der Stimmbänder und damit der Stimmnerven ambulant überprüft werden. Diese Untersuchung ist für die Operation unerlässlich und nicht aufwendig. Bitte lassen Sie sich das Untersuchungsergebnis in schriftlicher Form von Ihrem HNO – Arzt mitgeben.

    Wenn ein Operationstermin festgelegt wurde, erhalten Sie gleichzeitig den sog. prästationären Termin, an dem alle zur Operation notwendigen Gespräche mit dem Narkosearzt und dem Chirurgen erfolgen. Er liegt meist 2 bis 4  Tage vor dem eigentlichen Operationstermin.

    Die meisten Patienten kommen am Tag der Operation zur stationären Aufnahme. Bitte erscheinen Sie nüchtern auf der entsprechenden Station. Die Operationen finden in der Regel an einem Montag statt. Alle entnommenen Gewebeanteile werden von einem Pathologen feingeweblich untersucht. Das Ergebnis trifft in der Regel am 2. oder 3. postoperativen Tag ein. Am 3. Tag nach der Operation ist nach Erhalt der feingeweblichen Untersuchungsergebnisse üblicherweise die Entlassung vorgesehen. Vor der Entlassung wird noch einmal eine HNO – ärztliche Untersuchung durchgeführt.

    Sollte sich bei der feingeweblichen Untersuchung ein Schilddrüsenkarzinom zeigen, ist meist eine zweite Operation mit kompletter Entfernung der Schilddrüse (sofern nicht bereits erfolgt) und einer Entfernung von Lymphknoten erforderlich. Diese Operation muss zügig erfolgen, meist am Tag nach Erhalt der Histologie, da ansonsten die operativen Vorraussetzungen durch die einsetzende Narbenbildung deutlich verschlechtert werden.

    Falls es postoperativ doch zu einer seltenen Komplikation wie Störungen des Calciumstoffwechsels oder Stimmbandfunktionsstörung gekommen ist, bieten wir  eine weitere Sprechstunde an.

    Hat sich die Diagnose eines Schilddrüsenkarzinoms ergeben, erfolgt noch vor der Entlassung eine Kontaktaufnahme mit der Abteilung für Nuklearmedizin der Universitätsklinik in Münster, Herrn Prof. Dr. Schober. Es wird dort ein Termin für Sie vereinbart. Im Vorfeld erhalten Sie von uns ein Informationsheft. Alle wichtigen Unterlagen werden Ihnen selbstverständlich mitgegeben. Dort werden Sie über das weitere Vorgehen informiert. Außerdem wird besprochen, ob eine Radiojodtherapie erforderlich ist und wie diese abläuft.

  • Lungentumore

    Lungentumoren

    Was ist Lungenkrebs?

    Lungenkrebs oder das Bronchialkarzinom ist eine bösartige Geschwulst die vom Lungengewebe ausgeht.  Sie macht ungefähr ein Viertel aller Krebserkrankungen aus und ist weltweit die häufigste Krebserkrankung. In Deutschland versterben ca. 40.000 Patienten jährlich an dieser Erkrankung.  Es sind ungefähr dreimal mehr Männer als Frauen betroffen.  Das Durchschnittsalter der Erkrankten ist das 60. Lebensjahr. Der wesentliche Risikofaktor für die Erkrankung ist das Rauchen. Raucher erkranken ca. 8mal häufiger als Nichtraucher.
    Die schwere der Erkrankung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, d.h. wie groß der Lungentumor ist und ob bereits Absiedelungen bestehen.

    Gibt es unterschiedliche Tumorarten?

    Grundsätzlich werden zwei Hauptgruppen von Lungentumoren unterschieden. Die kleinzelligen werden von den nicht-kleinzelligen Bronchialcarzinomen unterschieden. Beide Tumorgruppen unterscheiden sich in ihrem Tumorverhalten und dem nötigen therapeutischen Vorgehen.

    Wie macht sich Lungenkrebs bemerkbar?

    Wie bei den meisten Tumorerkrankungen ist die Symptomatik schleichend und häufig unspezifisch. Dies kann zunächst mit einer allgemeinen Schwäche, Müdigkeit, Neigung zu Nachtschweiß einhergehen.  Vermehrtes Husten wird häufig als Folge des Rauchens verstanden. Symptome wie Bluthusten, Heiserkeit oder Schmerzen sind eher Zeichen einer schon fortgeschrittenen Erkrankung.

    Wie wird der Lungenkrebs festgestellt?

    Meist fällt im Röntgenbild der Lunge ein neu entstandener Rundherd auf. Ziel der dann folgenden Diagnostik ist es zum Einen eine histologische Sicherung zu erzielen zum Anderen das Ausmaß der Tumorerkrankung zu ermitteln. Eine Gewebeprobe kann häufig über eine Spiegelung der oberen Luftwege oder durch eine radiologisch gesteuerte Tumorpunktion erzielt werden. Ist dies nicht möglich, muss gelegentlich der Rundherd über eine Spiegelung des Brustkorbes oder über eine Eröffnung des Brustkorbes entfernt werden, damit er dann unter dem Mikroskop untersucht werden kann. Das Ausmaß der Tumorerkrankung wird über eine Reihe von Untersuchungen ermittelt. Es gilt hierbei möglichst genau zu ermitteln, wie groß der Tumorbefund selbst und wo mögliche Absiedelungen gelegen sind.

    Wie wird der Lungenkrebs behandelt?

    In Abhängigkeit des Tumorart und -ausdehnung wird die richtige Behandlung in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen und verbindlich beschlossen. Neben der operativen Entfernung des Tumors kommen die Chemotherapie und die Bestrahlungstherapie einzeln oder in Kombination in Frage. Die heutige Tumortherapie ist sehr differenziert und basiert auf Leitlinien und Erkenntnissen aus vielen Behandlungsstudien und wird auf jeden einzelnen Tumorpatienten individuell abgestimmt.

    Wann wird operiert?

    Ein Lungenkrebs wird immer dann operiert, wenn der komplette Tumor in Gänze entfernt werden kann. Dies ist vor allem der Fall, wenn der Tumor noch nicht in andere Organe gestreut hat und der Patient genug Reserven mitbringt, um die Operation sicher zu überstehen und nach der Operation noch genug Lungenfunktion aufweist, um ohne zusätzliche Maßnahmen allein atmen zu können.

    Wie sieht so eine Lungenoperation aus?

    Wie schon oben erwähnt ist das oberste Ziel einer Tumoroperation den Tumor komplett zu entfernen. Dies bedeutet nicht nur die Entfernung des tumortragenden Lungengewebes sondern auch die Entfernung der entsprechenden Lymphabflussbahnen. Welche Lungenanteile letztlich entfernt gehören richtet sich nach dem Tumorsitz in der Lunge. So kann es sein, dass die Entfernung eines Lungenlappens, zweier Lungenlappen oder sogar eines ganzen Lungenflügels erforderlich ist.

    Wie erfolgt die Behandlung des Lungenkrebses in den Christophorus-Kliniken?

    Meist werden die Patienten zunächst auf Grund der unterschiedlichsten Symptome in der Medizinischen Klink aufgenommen. Hier wird die komplette Diagnostik durchgeführt und im Anschluss das richtige Vorgehen in der interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Ist eine Operation erforderlich wird der Patient in unsere Klinik übernommen. Sollte die erforderliche Diagnostik bereits ambulant durchgeführt worden sein,  bieten wir eine Thoraxchirurgische Sprechstunde jeden Donnerstag (nach Vereinbarung), um dann dort das weitere Vorgehen zu besprechen.

     

    Lungenmetastasen

    Was sind Lungenmetastasen?

    Hierbei handelt es sich um Tumorabsiedelungen von Tumoren, welche vorzugsweise nicht in der Lunge entstanden sind und über Lymph- oder Gefäßbahnen in die Lunge gekommen sind.
    Tumorerkrankungen des Darmes, der Nieren, des Kopf- und Halsbereiches, des Hodens sowie der Knochen und der Haut weisen vermehrt Absiedelungen in der Lunge auf.

    Welche Symptome machen Lungenmetastasen?

    Meist machen Lungenmetastasen wenig bis gar keine Beschwerden und werden nur zufällig oder im Rahmen der Diagnostik bei bekannter Tumorerkrankung entdeckt. Erst bei fortgeschrittener Erkrankung zeigen sich Husten, Luftnot und Schmerzen.

    Welche Diagnostik ist erforderlich?

    Neben dem klassischen Röntgenbild des Brustkorbes ist meist eine Comutertomographie erforderlich. Vor einer Operation ist zusätzlich eine entsprechende Lungenfunktionsdiagnostik nötig.

    Wann wird operiert?

    Grundsätzlich ist die Operation neben der Chemotherapie und der Bestrahlung eine weitere Option der Tumorbehandlung. Indiziert ist eine Operation immer dann, wenn es möglich ist alle Tumorabsiedelungen zu entfernen. Dies erfordert neben der bereits erfolgten kompletten Entfernung des Primärtumors, dass sonst keine weiteren Tumorabsiedelungen im Körper vorliegen.

    Wie wird operiert?

    Im Bereich der Lungenoberfläche können die Tumorabsiedelungen minimal-invasiv über eine Spiegelung des Brustraumes entfernt werden. Liegen die Metastasen in zentralen Lungenabschnitten werden diese meist über eine Eröffnung des Brustkorbes entfernt. Im Gegensatz zu lungeneigenen Tumoren reicht die Entferung der Metastasen knapp im Gesunden, so dass die Lungenfunktion möglichst wenig beeinträchtigt wird.

    Wann sind die Erfogsaussichten einer Operation am größten?

    Neben der Anzahl und der Größe der Lungenmetastasen ist die Länge des erkrankungsfreien Intervalls zwischen der Behandlung des Ersttumors und der Entwicklung der Lungenmetastasen entscheidend. Wichtig ist natürlich auch ob die Metastasen komplett im Gesunden abgetragen werden können und wie der Lymphknotenstatus ist.

    Wie werden Lungenmetastasen an den Christophorus-Kliniken behandelt?

    Nach der entsprechenden Diagnostik werden alle Befunde in der interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Ist die Operation der für den Patienten beste Behandlungsweg hängt die Art der Operation (thorakoskopisch oder offen) von der Lage der Lungenmetastasen  ab.

  • Pleuramesotheliom

    Pleuramesotheliom

    Was ist ein Pleuramesotheliom?

    Das Pleuramesotheliom ist eine sehr seltene aber bösartige Erkrankung des Rippen- und Lungenfells und meist die Folge einer Belastung mit Asbeststaub.  In den 80er Jahren wurde der Umgang mit asbesthaltigen Materialien weitgehend verboten oder der Umgang mit diesen Materialien stark eingeschränkt und reglementiert. In der Regel vergehen aber zwischen der Exposition mit Astbeststaub und dem Erkrankungsbeginn 30 Jahre, so dass es bis jetzt noch zu keine Abnahme der Erkrankungshäufigkeit gekommen ist.

    Wie macht sich das Pleuramesotheliom bemerkbar?

    Das Pleuamesotheliom breitet sich über das Rippen- und Lungenfell aus und führt meist über vermehrte Flüssigkeitsansammlungen zu Luftnot. Durch die Punktion des Lungenwassers oder durch eine Thorakoskopie kann die Diagnose gesichert werden.

    Wie wird das Pleuramesotheliom behandelt?

    In Abhängigkeit der Ausdehnung des Befundes muss im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz über eine individuelle multimodale Therapie (Chemo-, Strahlen- und operative Therapie) entschieden werden. In wenigen Fällen kann die Entfernung des kompletten Rippen- und Lungenfells unter Mitentfernung des betroffenen Lungenflügels erforderlich werden. Diese Operation findet dann an einem thoraxchirurgischen Zentrum statt.
    Meist ist die Durchführung einer Talkumpleurodese zu empfehlen.

  • Maligner Pleuraerguss

    Maligner Pleuraerguss

    Was ist ein maligner Pleuraerguss?

    Durch Tumorzellabsiedelungen auf den Lungenblättern kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung zwischen der Lunge und der inneren Brustwand. Durch die stete Zunahme der Flüssigkeitsmenge wird das Lungengewebe immer mehr zusammengedrückt und der Patient wird zunehmend kurzatmig.

    Wie kann der maligne Pleuraerguss behandelt werden?

    Letztlich liegt das Ziel einer Tumorbehandlung in der Behandlung der Grunderkrankung. Auf Grund der diffusen Ausbreitung der Tumorzellen im gesamten Brustraum scheidet eine radikale Entfernung der Tumorzellen in der Regel aus. Durch die medikamentöse Therapie (Chemotherapie) kann nicht in jedem Fall der Pleuraerguss zurückgedrängt werden, so dass zunächst der Erguss durch eine Punktion abgelassen werden kann. Sollte der Erguss allerdings immer wieder rezidivieren, kann eine so genannte Talkumpleurodese durchgeführt werden.

    Was ist eine Talkumpleurodese?

    Wie bereits oben erwähnt sammelt sich der Erguss zwischen der Lunge und der inneren Brustwand. Durch das Einblasen von sterilem Talkumpuder in diesen Raum wird eine sterile Entzündung ausgelöst, die dazu führt, dass die Lunge mit der inneren Brustwand verwächst und kein Pleuraspalt oder Raum neben der Lunge vorhanden ist in den die Tumorzellen die Flüssigkeit abgeben können. Damit ist das Wiederauftreten eines Pleuraergusses nicht mehr möglich und das Symptom der Luftnot tritt nicht mehr auf.

    Wie wird diese Talkumpleurodese durchgeführt?

    Durch eine ca. 2cm lange Hautincision kann zunächst eine so genannte Thorakoskopie d.h. Spiegelung des inneren Brustraumes erfolgen. Der vorhandene Erguss wird abgelassen und dann über eine weitere 5 mm große Hautincision ein weiterer Arbeitszugang in den Brustraum eingebracht. Neben der Entnahme von Gewebeproben wird dann das Talkumpuder über diesen zweiten Zugang in den Brustraum gesprüht. Abschließend wird eine Brustkorbdrainage eingelegt, die es ermöglicht dass die Lunge sich wieder komplett entfalten kann und damit mit der inneren Brustwand verwächst.

  • Magenkrebs

    Magenkrebs

    Was bedeutet Magenkrebs?

    Als Magenkarzinom bezeichnet man eine bösartige Schleimhautwucherung des Magens. In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 20 von 100 000 Einwohnern an Magenkrebs (Magenkarzinom). Die Erkrankung tritt meistens jenseits des 50. Lebensjahres auf. Risikofaktoren sind u. a. Ernährungsgewohnheiten und chronische Entzündungen des Magens.

    Welche Beschwerden (Symptome) treten auf?

    Die Symptome eines Magenkarzinoms sind uncharakteristisch. Es kann zu Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Appetitlosigkeit und schwarzem Stuhl kommen. Diese Beschwerden können auch durch viele andere Erkrankungen hervorgerufen werden. Daher sollte bei Oberbauchbeschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten, eine Magenspiegelung erfolgen. Nur so kann ein Magenkrebs ausgeschlossen bzw. früh erkannt werden.

    Welche Untersuchungen sind erforderlich?

    Die Magenspiegelung wird ambulant in einem Kurzschlaf durchgeführt und ist daher nicht unangenehm. Es werden Gewebeproben entnommen und vom Pathologen unterm Mikroskop untersucht. Bestätigt sich die Diagnose Magenkrebs sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ausdehnung der Erkrankung, das sogenannte Tumorstadium, zu bestimmen:

    • Röntgenuntersuchung der Lunge
    • Computertomographie des Bauchraumes und des Brustraums
    • Ultraschalluntersuchung der Magenwand mit dem Endoskop (Endosonographie)
    • ggf. Bauchhöhlenspiegelung (sog. Staging Laparoskopie)

    Mit diesen Untersuchungen erfahren die Ärzte, wie weit sich der Krebs in der Magenwand ausgedehnt hat und ob Absiedlungen in den Lymphknoten oder in entfernten Organen (sog. Metastasen) vorliegen. Die Bestimmung des individuellen Tumorstadiums ist besonders wichtig, da sich daran das Therapiekonzept für jeden einzelnen Patienten orientiert.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Jeder Patient mit einem Magenkrebs wird vor Beginn der Therapie in der der interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Chirurgen, Pathologen, Radiologen und Strahlentherapeuten zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept für jeden einzelnen Patienten. Entsprechend der individuellen Tumorausdehnung kommen folgende Therapiekonzepte in Betracht:

    • Endoskopische Tumorentfernung
      In ganz frühen Tumorstadien kann eine vollständige Entfernung des Tumors durch eine Magenspiegelung erfolgen. Der Magen kann dabei belassen werden.
    • Operation
      Der Chirurgie kommt eine Schlüsselstellung in der Behandlung des Magenkrebs zu. Nur die vollständige chirurgische Entfernung des Magenkarzinoms ermöglicht die Heilung der Erkrankung. Meistens muss der gesamte Magen mit den umgebenden Lymphknoten entfernt werden. Bei Magenkrebs im Mageneingang wird auch der untere Teil der Speiseröhre mit entfernt. Nach der Magenentfernung wird der Dünndarm an die Speiseröhre genäht.
      Bei Absiedlungen in anderen Organen (Metastasen) kann durch die Operation keine dauerhafte Heilung mehr erzielt werden. Die Entfernung des Magens kommt hier nur in Sondersituationen, z.B. bei anhaltenden Blutungen aus dem Tumor in Betracht.
    • Chemotherapie
      Mehr als die Hälfte aller Patienten mit Magenkrebs erhält heute vor und nach der Operation eine Chemotherapie. Die Operation verzögert sich durch diese Chemotherapie um einige Wochen und dies beunruhigt viele Patienten mit Magenkrebs. Trotzdem ist diese Vorgehensweise sinnvoll und wichtig, da große Untersuchungen gezeigt haben, dass die Heilungschancen durch diese Vor- und Nachbehandlung verbessert werden können.
    • Strahlentherapie
      Beim Magenkarzinom findet die Strahlentherapie heute nur in Ausnahmefällen Anwendung.

    Stenteinlage/Ernährungsfistel

    Bei Menschen, deren Magenkarzinom nicht mehr mit dem Ziel der Heilung operiert werden kann (z.B. bei Absiedlungen in der Leber) kann bei Einengung des Magenausgangs ein Drahtgeflechts (sogenannter Stent) die Enge überbrücken. Ein solcher Stent wird im Rahmen einer Magenspiegelung eingebracht. Eine Alternative ist das Aufnähen einer Dünndarmschlinge an den Magen, um die Engstelle am Magenausgang per Umleitung zu umgehen. Beide Maßnahmen sollen die normale Nahrungsaufnahme weiterhin ermöglichen.

    Organisatorischer Ablauf einer Operation

    Alle Patienten, die mit einem Magenkrebs in unsere Klinik kommen, werden auf unserer Bauchstation aufgenommen, wo sie von Chirurgen und Gastroenterologen gemeinsam betreut werden. Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden hier zeitnah durchgeführt, so dass die Operation ohne Verzögerung erfolgen kann. Zur OP-Vorbereitung zählt zunächst die Aufklärung über den geplanten Eingriff durch den Arzt. Hier haben Sie die Möglichkeit Fragen zu stellen und alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen, gerne auch im Beisein Ihrer Angehörigen. Die Operation erfolgt entweder über einen Bauchschnitt oder in Ausnahmefällen in Schlüsselloch-Technik. Hierfür ist ausnahmslos eine Vollnarkose und meist unter zusätzlicher Rückenmarksnarkose geeignet.

    Nach der Operation

    Alle Bemühungen nach der Operation zielen auf eine möglichst rasche Erholung. Unmittelbar nach der Operation ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Genesung. Hierbei werden die Patienten intensiv durch die Abteilung für Anästhesie, Intensivtherapie und Schmerztherapie betreut, in der Regel wird den Patienten ein rückenmarksnaher Schmerzkatheter eingepflanzt. Einen normalen Verlauf vorausgesetzt liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach der Operation bei ca. zwei Wochen. Bei Entlassung sollten sich Ihre Wundschmerzen auf ein Minimum reduziert haben. Die vollständige Normalisierung Ihrer Darmtätigkeit und Stuhlgewohnheiten kann in Einzelfällen noch zwei bis drei Wochen dauern, anhaltende Einschränkungen sind aber nicht zu erwarten. Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder belasten. Der Körper muss sich zunächst auf die neue Situation ohne Magen umstellen. Prinzipiell darf alles gegessen werden, jedoch nicht mehr soviel auf einmal, wie vor der Operation. Die Anzahl der Mahlzeiten über den Tag verteilt sollte auf 6 – 8 kleine Portionen gesteigert werden. In der ersten Zeit kommt es häufig zu einem Gewichtsverlust der später meist wieder ausgeglichen wird. In der Regel steht Ihnen nach einer Magenkrebsoperation eine Anschlußheilbehandlung („onkologische Kur“) zu. Diese wird durch den Sozialdienst unseres Hauses in Absprache mit Ihnen und ihrem weiterbehandelnden Arzt organisiert.

    Die Bewältigung der Diagnose Magenkrebs und der Therapiefolgen ist anstrengend und schwierig. Wichtig ist, dass Patienten ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Nicht zuletzt ist die Unterstützung der Familie entscheidend, damit die Patienten nach der Operation rasch wieder eine gute Lebensqualität trotz der Diagnose erlangen. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team gerne zur Verfügung.

    Jeder Patient erhält bei der Entlassung einen ausführlichen Entlassungsbrief sowie den Operationsbericht für den einweisenden Arzt. Hier werden alle relevanten Informationen wie z.B. Medikamente, Rehabilitationsmaßnahmen und eine Empfehlung zur Durchführung einer Tumornachsorge aufgeführt.

  • Leberkrebs

    Leberkrebs

    Welche Funktion hat die Leber?

    Die Leber ist ein zentrales Organ des Stoffwechsels. Sie nimmt mit dem Blut des Pfortaderkreislaufs die Stoffe, die über die Darmschleimhaut aufgenommen wurden auf. Hierbei stellt sie die Nährstoffe für den gesamten Organismus bereit und filtert Giftstoffe heraus und baut diese ab. Die in den Leberzellen gebildete Galleflüssigkeit wird über Gallengänge gesammelt und schließlich über den Hauptgallengang in den Zwöffingerdarm geleitet, dort wird sie für die Verdauung der Nahrungsfette gebraucht.

    Welche Beschwerden verursachen Lebererkrankungen?

    Aufgrund der unterschiedlichen Krankheitsbilder und Ausprägungen kommen viele Symptome vor. Unspezifische wie z.B. Oberbauchschmerz, Übelkeit, Gewichtsabnahme kommen vor, spezifische Symptome sind beispielsweise eine Gelbfärbung der Haut durch Abflußbehinderung der Galleflüssigkeit

    Welche Untersuchungen sind bei Lebererkrankungen erforderlich?

    Zunächst erfolgt die körperliche Untersuchung des Patienten inklusive Blutentnahme. Eine Ultraschalluntersuchung (ggf. ergänzend die Kontrastmittel-verstärkte Sonographie) ist das erste bildgebende Verfahren. Zusätzlich kann eine Computertomographie (CT) und / oder Kernspintomographie (MRT) erforderlich sein. Sind Befunde nicht sicher einzuordnen, so wird aus den verdächtigen Bezirken eine Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung durch den Pathologen entnommen.

    Welche Lebererkrankungen werden operiert?

    Gutartige Geschwülste und Zysten

    Während kleine Leberzysten nicht behandelt werden müssen, können bei entsprechender Größe jedoch starke Symptome wie Schmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch auftreten. Hier wird in der Regel ein minimal-invasiver Zugang (per Bauchspiegelung, „Schlüsselloch-Chirurgie“) gewählt, um die Zyste zu eröffnen und damit zu entlasten.
    Ferner werden Blutschwämme (Hämangiome) und durch Hormonwirkung bedingte Geschwülste (FNH, fokal noduläre Hyperplasie) beobachtet, diese erfordern in der Regel jedoch keine operative Therapie.

    Bösartige Geschwülste (Leberkrebs / Lebermetastasen)

    Unter den bösartigen Geschwülsten der Leber finden sich sowohl Tumoren aus lebereigenem Gewebe als auch Absiedlungen anderer Tumorarten.
    Absiedlungen in der Leber werden in Zusammenhang mit Krebs des Dick-(End-) Darms, des Magens, der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre, der Brüstdrüse sowie seltener auch bei Krebsarten anderer Organe beobachtet.

    Zu den eigentlichen Lebertumoren gehören das hepatozelluläre Karzinom (HCC), das aus den Leberzellen entsteht und das cholangiozelluläre Karzinom (CCC), das aus den Zellen der kleinen Gallengänge innerhalb der Leber entsteht.

    Wie wird die Leber operiert?

    Gutartige Geschwülste und Zysten

    Leberzysten können in den meisten Fällen minimal-invasiv (per Bauchspiegelung, sog. Schlüsselloch-Chirurgie) angegangen werden. Bei der Operation wird die Zyste „entdeckelt“ und die Zystenflüssigkeit abgesaugt.

    Gutartige Tumoren werden je nach Lokalisation innerhalb der Leber meistens konventionell (über einen Bauchschnitt) operiert. Bei besonders günstiger Lage kann im Einzelfall auch hier ein laparoskopisches Vorgehen erwogen werden.

    Das Ausmaß der Gewebeentfernung hängt von der Anzahl der Tumore, deren Größe und Lokalisation ab. Als OP-Verfahren kommen atypische Leberresektionen (nur des tumortragenden Areals), die Lebersegmentresektion (ein Segment oder mehrere anatomisch definierte Segmente) bis hin zur Entfernung einer Leberhälfte sog. Hemihepatektomie in Betracht.

    Bösartige Geschwülste (Leberkrebs/Lebermetastasen)

    Ziel der chirurgischen Therapie ist die Entfernung des gesamten Tumormaterials inklusive eines umgebenden Anteils gesunden Lebergewebes als „Sicherheitsabstand“.
    Auch hier reichen die durchgeführten Eingriffe von atypischen Resektionen z.B. bei einzelnen Metastasen bis hin zu Mehrsegmentresektionen oder Hemihepatektomien.

    Welches Verfahren zur Anwendung kommt, wird im Falle von bösartigen Erkrankungen im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Tumorkonferenz interdisziplinär (d. h. mit Chirurgen, Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Pathologen) für jeden Patienten individuell besprochen. Über die Ergebnisse der Tumorkonferenz informiert Sie der zuständige Stationsarzt.

    Welche Komplikationsmöglichkeiten gibt es?

    Neben den allgemeinen Komplikationen wie z.B. Wundinfektionen, Lungen- oder Blasenentzündung etc. gibt es auch operationsspezifische Risiken.
    Aufgrund der starken Durchblutung besteht das Risiko von Blutungen bei oder Nachblutungen nach der Operation. Aus der Schnittfläche an der Leber kann ferner eine Leckage von Galleflüssigkeit auftreten. Um diese Risiken zu minimieren stehen unterschiedliche Versiegelungstechniken zur Verfügung.
    Wie verläuft die postoperative Behandlung?

    Bei größeren resezierenden Eingriffen erfolgt unmittelbar postoperativ eine Überwachung auf der Intensivstation. Je nach Allgemeinzustand sowie unter Berücksichtigung der Kreislauf- und Atmungsfunktion erfolgt dann im Verlauf die Verlegung auf die Normalstation.
    Die eingebrachten Wunddrainagen werden nach etwa 3-5 Tagen entfernt. Der Kostaufbau wird frühzeitig begonnen und der Patient soll sich möglichst früh auch aus dem Bett mobilisieren.

    Nach 7-10 Tagen kann mit einer Entlassung bei unkompliziertem Verlauf gerechnet werden.

  • Bauchspeicheldrüsenkrebs

    Bauchspeicheldrüsenkrebs

    Was ist die Bauchspeicheldrüse?

    Die Bauchspeicheldrüse ist eine Drüse des hinteren Bauchraumes, welche zum einen Verdauungsenzyme (spalten Nahrung in ihre Bestandteile auf)  produziert und zum anderen Hormone (Insulin, Glucagon) in die Blutbahn abgibt und damit den Blutzuckerspiegel reguliert.

    Bauchspeicheldrüsenkrebs?

    5% aller Krebstodesfälle gehen auf bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse zurück. Auf Grund  fehlender Symptome werden die sehr bösartigen Karzinome der Bauchspeicheldrüse leider häufig nicht frühzeitig entdeckt. Sollte dennoch eine tumoröse Veränderung an der Bauchspeicheldrüse entdeckt worden sein, muss schnellstmöglich eine diagnostische Abklärung erfolgen. Diese Diagnostik besteht aus endoskopischen aber auch radiologischen Untersuchungen. Liegt ein Befund vor, der noch keine Absiedelungen aufweist und der entfernbar ist, sollte der Patient umgehend einer Operation zugeführt werden. Die Operation ist die einzige Möglichkeit die Prognose entscheidend zu verbessern.

    Wie erfolgt die Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse in Coesfeld?

    Patienten mit diesen Erkrankungen werden grundsätzlich interdisziplinär behandelt. Während des stationären Aufenthaltes auf unserer interdisziplinären Bauchstation wird die Therapiestrategie gemeinsam mit den Kollegen der Gastroenterologie  entwickelt. In unserer Tumorkonferenz wird das weitere Vorgehen mit den Spezialisten aus den Fächern der Onkologie, Strahlentherapie, Pathologie und Radiologie abgestimmt.

    Welche Operation an der Bauchspeicheldrüse wird am häufigsten durchgeführt?

    Bauchspeicheldrüsenkopftumoren werden häufiger frühzeitig entdeckt, so dass die Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkopfes auch häufiger erfolgt und damit die Tumorerkrankung geheilt werden kann. Dies ist ein aufwändiger Eingriff, da nach der Resektion der Durchfluss der Verdauungssäfte wieder hergestellt werden muss. Hierbei werden der Rest der Bauchspeicheldrüse, der Gallengang und der Magen mit einer Dünndarmschlinge vernäht. Diese Operation dauert in der Regel 3-5 Stunden.

    Wer führt die Operationen an der Bauchspeicheldrüse aus?

    Da diese Art der Operation zu den größten Eingriffen der Bauchchirurgie gehört, werden die Operationen nur vom Chefarzt oder vom leitenden Oberarzt. verantwortlich ausgeführt. Beide Ärzte besitzen die Facharztbezeichnung der speziellen Viszeralchirurgie, die zu solchen Eingriffen qualifiziert. Als Gefäßchirurg hat Chefarzt Dr. Krings die Expertise, welche  insbesondere bei gefäßbeteiligenden Tumorerkrankungen wertvoll ist.

    Wie erfolgt die Nachbehandlung?

    Unmittelbar postoperativ werden die Patienten auf unsere interdisziplinäre Intensivstation verlegt. Auf Grund der Größe des Eingriffes verbringen die Patienten meist 2 Nächte dort, bevor sie wieder auf die interdisziplinäre Bauchstation verlegt werden können. Durch unsere Schmerztherapie haben die Patienten fast keine Schmerzen und werden in den ersten Tagen wieder mit der Kost aufgebaut. Die meisten unserer Patienten können mit einer Gabe von Verdauungsfermenten in Form von Kapseln und einer guten Kontrolle des Blutzuckers innerhalb weniger Wochen eine völlig normale Lebensqualität erzielen.
    Wir vermitteln Ihnen nach der operativen Therapie aber auch eine gute Diätberatung sowie Rehabilitationskliniken und Selbsthilfegruppen.

  • Dick- und Enddarmkrebs

    Dick- und Enddarmkrebs

    Was bedeutet Darmkrebs?

    Als Dickdarmkrebs bezeichnet man eine bösartige Schleimhautwucherung des Dickdarms und des Enddarms, auch Mastdarm genannt. In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 50 von 100.000 Einwohnern an einem Dickdarmkrebs. Es ist das zweithäufigste Krebsleiden in der Bundesrepublik. Häufig wird diese Erkrankung auch nur als Darmkrebs bezeichnet. Die Erkrankung tritt überwiegend nach dem 50. Lebensjahr auf. Ein Drittel der Karzinome treten im Enddarm auf, zwei Drittel im Dickdarm.

    Die meisten bösartigen Geschwülste entstehen aus Darmpolypen (Adenome), das sind gutartige Schleimhautveränderungen, die im Laufe von Jahren entarten und sich zu einem Krebs entwickeln können. Weitere Risikofaktoren sind langjährige chronische Entzündungen des Darms, z.B. Colitis ulcerosa und M. Crohn, und genetische Faktoren (z.B. vererbbare Darmpolypen = FAP) oder Krebsvorkommen in der Familie (HNPCC). Bei einem Erkrankungsalter jünger als 50 Jahren sollte die Möglichkeit einer familiären genetischen Vorbelastung überprüft werden. Fettreiche und ballaststoffarme Kost, Bewegungsmangel, Übergewicht, langjähriger Alkohol und Nikotinkonsum erhöhen ebenfalls das Krankheitsrisiko.

    Welche Beschwerden (Symptome) treten auf?

    Die Beschwerden bei einem kolorektalen Karzinom sind eher uncharakteristisch.
    Jede Änderung der Stuhlgewohnheiten nach dem 40 Lj. (anhaltende Durchfälle und Verstopfung) sowie Blut- oder Schleimbeimengungen oder -auflagerungen sind jedoch verdächtig und sollten abgeklärt werden. Des Weiteren können Müdigkeit, ein ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut und bei größeren Tumoren auch Bauchschmerzen auftreten.

    Welche Untersuchungen sind erforderlich?

    Zunächst wird das Vorkommen von Krebserkrankungen in der Familie, insbesondere Darmkrebs, erfragt. Die Untersuchung des Stuhls auf verstecktes Blut (Hämoccult-Test) und das Austasten des Enddarms mit dem Finger gehören zu den ersten Untersuchungen. Als nächstes sollte eine Mastdarmspiegelung (Rektoskopie) und eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt werden. Hierbei können Gewebeproben von Veränderungen der Schleimhaut gewonnen werden und Polypen gleich komplett abgetragen werden.

    Wird bei den Untersuchungen ein Karzinom festgestellt, sind weitere Untersuchungen zur Bestimmung der Ausdehnung der Erkrankung erforderlich:

    • Röntgenuntersuchung der Lunge
    • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes
    • Ultraschalluntersuchung des Enddarmes (Endosonographie)
    • Computertomografie und / oder Kernspintomografie der Bauchhöhle
    • Blutentnahme und Bestimmung von Tumormarkern
    • Bei erblich bedingten kolorektalen Karzinomen sollte eine genetische Beratung mit Untersuchung des Erbguts erfolgen.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Alle Patienten, bei denen in unserem Krankenhaus ein Darmkrebs diagnostiziert wird, werden nach den Richtlinien eines von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Darmzentrums behandelt. Dazu gehört, dass jeder Patient vor Therapiebeginn in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt wird. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Chirurgen zusammen und erarbeiten ein individuelles Behandlungskonzept für jeden Erkrankten. Die Therapie ist abhängig von der Lokalisation und der Ausdehnung des Tumors (Tumorstadium). Nahezu alle Formen des Darmkrebses müssen operiert werden.

    Die Standardoperationen werden entweder konventionell, d.h. über einen Bauchschnitt, oder minimal-invasiv in Schlüssellochtechnik (laparoskopisch) durchgeführt. Hierbei wird der tumortragende Darmabschnittt mit seinen Blutgefäßen und den Lymphbahnen entfernt. Der eigentliche Operationsumfang in der Bauchhöhle ist bei beiden Techniken identisch. Die Operationsdauer beträt ca. 2-4 Stunden.

    Bei bestimmten Tumorausbreitungen muss nach der Operation (adjuvant) eine Chemotherapie erfolgen. Beim Mastdarmkrebs wird diese Behandlung in Kombination mit einer Bestrahlung häufig schon vor der Operation durchgeführt (neoadjuvant), um den Krebs zu verkleinern und das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Bei weit fortgeschrittenem Tumorleiden oder hohem Lebensalter ist manchmal die radikale Operation nicht mehr sinnvoll. Unter diesen Bedingungen geht es vor allem darum, mit einem risikoarmen Eingriff Tumorsymptome zu beseitigen und eine zufriedenstellende Lebensqualität zu erreichen. Ist durch eine Operation der Krebs nicht mehr heilbar, kommt in Abhängigkeit von Allgemeinzustand und Tumorsitz in einzelnen Fällen eine alleinige Chemo- oder Strahlentherapie in Frage.

    Organisatorischer Ablauf einer Operation

    Zur OP-Vorbereitung zählt zunächst die Aufklärung über den geplanten Eingriff durch den Arzt. Hier haben Sie die Möglichkeit Fragen zu stellen und alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Eine spezielle Darmreinigung ist nur bei Enddarmentfernungen erforderlich. Dieser Eingriff erfolgt ausnahmslos in Vollnarkose und meist unter zusätzlicher Rückenmarksnarkose. Die Operation erfolgt entweder über einen Bauchschnitt oder in Schlüsselloch-Technik als minimal-invasiver Eingriff. Welches Verfahren für Sie geeignet ist, wird in einem Vorgespräch ausführlich besprochen.  Bei afternahen Tumoren des Enddarms wird in der Regel ein künstlicher Dünndarmausgang angelegt, der den Stuhl für die Zeit der Heilung der  Darmnaht ableitet. Dieser Ausgang (Anus präter oder kurz „Stoma“ genannt) wird dann nach drei Monaten wieder zurückverlegt. Im Anschluss an die Operation werden Sie für  ein  bis zwei Tage auf der Intensivstation überwacht.

    Nach der Operation

    Alle Bemühungen nach der Operation zielen auf eine möglichst rasche Erholung. Hier kommt das sogenannte “fast-track“- Prinzip (frei übersetzt: Schnellspur) zur Anwendung: Nach der Operation erhalten Sie eine wirksame und schonende Schmerztherapie. Der Kostaufbau erfolgt in Abhängigkeit von Ihrem Befinden ab dem ersten Tag nach der Operation mit Suppen und Joghurt, ab dem zweiten Tag dürfen Sie wieder Schonkost essen. Alle Schläuche – Venenzugang, Urinkatheter, Drainage – werden, falls überhaupt vorhanden, so früh wie möglich entfernt. Bereits am Abend des OP-Tages dürfen und sollen Sie wieder aufstehen. Einen normalen Verlauf vorausgesetzt liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach der Operation bei ca. 10-14 Tagen. Bei Entlassung sollten sich Ihre Wundschmerzen auf ein Minimum reduziert haben. Die vollständige Normalisierung Ihrer Darmtätigkeit und Stuhlgewohnheiten kann in Einzelfällen noch zwei bis drei Wochen dauern, anhaltende Einschränkungen sind aber nicht zu erwarten. Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder belasten. Eine besondere Diät brauchen Sie anschließend nicht einhalten, auf eine ausgewogene faser- und ballaststoffreiche Ernährung sollte jedoch geachtet werden. In der Regel steht Ihnen nach einer Darmkrebsoperation eine Anschlußheilbehandlung („onkologische Kur“) zu. Dies wird durch den Sozialdienst unseres Hauses in Absprache mit Ihnen und ihrem weiterbehandelnden Arzt organisiert.

    Welche Prognose hat eine Darmkrebserkrankung?

    Das hängt hauptsächlich vom Tumorstadium ab. Wurde der Tumor frühzeitig erkannt und bei der Operation vollständig entfernt, bestehen gute Heilungschancen. Bei ausgedehnten Tumorstadien und dem Vorhandensein von Metastasen ist die Prognose schlechter, aber auch hier stehen wir Ihnen mit individuellen Therapieoptionen zur Seite. So sind z.B. einzelne Metastasen in der Leber heutzutage gut durch eine Operation zu beseitigen. Neben unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Ernährungsberatern werden Sie und Ihre Angehörigen von Psychologen, Seelsorgern und Sozialarbeiten unterstützt. Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen besprochen und ausgeräumt werden. Sie erhalten einen ausführlichen Entlassungsbrief und einen Nachsorge-Pass, aus dem zu ersehen ist in welchen Zeitabständen welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Falls nach der Operation weitere Therapien (Chemotherapie, Strahlentherapie) anstehen, werden diese durch uns organisiert und die entsprechenden Termine werden Ihnen und Ihrem Hausarzt mitgeteilt.

  • Portkatheter

    Portkatheter

    Was ist ein Portkatheter und wozu dient er?

    Ein Portkatheter dient als sicherer Zugang zum Gefäßsystem des Patienten, d.h. mit einer Nadel kann der Port angestochen werden und jederzeit Medikamente oder Infusionen gegeben werden ohne eine Vene im Arm anzupunktieren.

    Der Port selbst ist nichts anderes als eine Kammer mit einer Silikonmembran und einem daran angeschlossenen Schlauch. Der Portkatheter wird wie ein Herzschrittmacher unter die Haut eingelegt und der Schlauch über eine Vene bis zum Herzen vorgeschoben. Wenn nun Medikamente zugeführt werden, fließen diese über die Kammer und den Schlauch zum Herzen. Dort ist der Blutfluss so hoch das die Medikamente direkt verdünnt werden und lokal die Gefäßwand nicht mehr reizen können.

    Wer braucht einen Portkatheter und warum?

    Die meisten Patienten bekommen einen Port zur Durchführung einer Chemotherapie. Die Medikamente sind besonders Venenwand reizend, d.h. würde man die Chemotherapie direkt in die Armvene geben, wäre dies zum einen sehr schmerzhaft zum anderen würden die Armvenen sich entzünden und sich sehr schnell verschließen. Mit der Zeit wäre es dann eine Qual immer wieder eine neue Punktionsstelle am Arm zu finden.
    Neben den Patienten zur Chemotherapie gibt es aber auch andere, die den Port zur Schmerztherapie, Ernährung oder als schnellen Zugangsweg z.B.  bei Asthmatikern erhalten.

    Wie wird so ein Portkatheter eingelegt?

    Die Operation erfolgt in der Regel in lokaler Betäubung. Der Hautschnitt liegt in der Schulterfalte (zwischen Brust- und Schultermuskel) und ist ca. 4cm lang. Über diesen Schnitt wird eine Armvene aufgesucht und eröffnet. Nun kann der Schlauch des Ports unter Durchleuchtungskontrolle bis zum Herzen vorgeschoben werden. Die Portkammer wird dann auf der Brustmuskulatur unter dem Schlüsselbein fixiert und die Wunde fein verschlossen. Die Hautnaht resorbiert sich, es müssen keine Fäden gezogen werden.

    Wie lange kann ein solcher Port benutzt werden?

    So lange wie nötig. Es gibt selten auch Portkatheter die sich verstopfen oder die sich infizieren, diese müssen korrigiert oder entfernt werden.

    Kann man diese Operation ambulant durchführen lassen?

    Portkatheterimplantationen dauern in der Regel ca. 30 Minuten und können in Lokalanästhesie durchgeführt werden, damit sind sie ideale ambulante Eingriffe.

Proktologie

Was bedeutet Proktologie?

Es gibt kaum einen Bereich des menschlichen Körpers, der so tabuisiert ist, wie der Bereich, den die Proktologie betrifft.

Die Proktologie ist eine spezielle medizinische Fachrichtung, die sich mit der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen bzw. Funktionsstörungen des Enddarmes und Afters befassen. Ebenso fallen Erkrankungen der afterumgebenden Haut darunter.

Zu den Erkrankungen gehören:

  • Analfissur

    Analfissur

    Fissur – lat. „ Spalt“

    Die Analfissur ist ein schmerzhafter Längseinriss der Analkanalhaut.

    Ursachen
    1. Mechanisch
    Sie entsteht meist infolge einer Verletzung der Analkanalhaut durch Austritt von hartem Stuhl.
    2. Entzündlich
    Durch dünnflüssigen Stuhl kann es aufgrund der Reizung der Analkanalhaut zu einem oberflächlichen Riss in selbiger kommen. z.B. bei Durchfallerkrankungen oder bei Durchfällen aufgrund eines langjährigen Abführmittelgebrauches.

    Eine Analfissur lässt sich nach einfacher Diagnostik erfolgreich behandeln. Zur Behandlung können unterschiedliche Verfahren eingeleitet werden, je nachdem ob die Fissur akut oder chronisch ist.

  • Analfistel/ Analabszess

    Analfistel/ Analabszess

    Fistel lat. fistula „ Pfeife, Röhre“

    Eine Analfistel ist ein röhrenförmiger Gang, der vom After ausgeht und sich durch das Gewebe/ Muskulatur im Analbereich zieht. Er endet in den meisten Fällen mit dem Austritt im Analbereich/ der Analhaut.
    Analfisteln können sich aus einem Abszess, aus chronischen Infektionen oder aus entzündlichen Darmerkrankungen ( M. Crohn,Colitis ulcerosa) entwickeln.

    Die Darstellung der Analfistel ist vielseitig. Es kann von einem Fistelgang bis hin zu fuchsbauartigen Fistelgängen reichen.
    Wir unterscheiden folgende Fistelformen:

    1. Intersphinktäre Fistel
    2. Transsphinktäre Fistel
    3. Suprasphinktäre Fistel
    4. Extrasphinktäre Fistel

    Welche Beschwerden machen Analfisteln?
    Ein Fistelleiden steht häufig mit einem akuten oder chronischen Perianalabszeß in engem Zusammenhang.
    Die Abszesssymptomatik steht hier im Vordergrund.
    Dieser geht mit einer Rötung, Schwellung und Schmerzen einher.

    Weitere Symptome sind

    1. Eiterausfluss
    2. Kontaktblutung
    3. Sekretion von Flüssigkeit und Stuhlgang; mit Juckreiz und Ekzemen

    Um eine genaue, sichere Diagnose des Fistelverlaufes stellen zu können, muss in den meisten Fällen eine weitere Diagnostik eingeleitet werden.

    Dazu gehört die Sondierung der Fistel, die Darstellung des Fistelganges mit einem Farbstoff, eventuell endorektaler Ultraschall.

    Da Analfisteln nicht spontan abheilen, müssen diese behandelt werden.
    Wenn alle Ergebnisse vorliegen, wird mit Ihnen die weitere Therapie und die Operationstechnik besprochen, die zu Ihrem Krankheitsbild passt.

     

  • Analvenenthrombose

    Perianalvenenthrombose

    Die Analvenenthrombose ist eine plötzlich auftretende, schmerzhafte Schwellung der Analhaut am Aftereingang. Die Schwellung besteht aus einem Blutgerinnsel in einer oder mehreren kleinen Venen.

    Ihr äußeres Erscheinungsbild ist ein bläulich-roter, erbsen- bis pflaumengroßer, schmerzhafter Knoten.

    Als Ursache der Analvenenthrombose werden mehrere Faktoren diskutiert. Eine sichere Ursache konnte bislang nicht nachgewiesen werden.
    Mögliche Ursachen
    – Blutflussverlangsamung durch langes sitzen auf harten kalten Unterflächen
    – erhöhter, lokaler Venendruck durch starkes, langes Pressen beim Stuhlgang
    – schweres Heben
    – bei Frauen tritt sie infolge hormoneller Umstellung (Regelblutung oder Schwangerschaft) auf

    Eine perianale Thrombose ist zwar äußerst schmerzhaft aber relativ harmlos. Sie kann sich von alleine zurückbilden, dieses kann durch abschwellende Maßnahmen unterstützt werden.

    Um eine sichere Diagnose und Therapie einzuleiten stellen sie sich bei einem Speziallisten vor.

    Condylome

    Condylome, auch Feigwarzen genannt, sind kleine knotige Geschwülste, die in den meisten Fällen im Genitalbereich auftreten.
    Sie werden durch Viren hervorgerufen und werden in der Regel beim Geschlechtsverkehr übertragen.

    Symptome wie Jucken, Brennen und schmieriges Nässen sind typisch. Condylome können sich auch im Analkanal befinden. Dann kann es zu Schmerzen beim Stuhlgang und selten zu Blutungen kommen.

    Kleinere Condylome können mit speziellen Salbenpräparaten beseitigt werden. Größere Condylome müssen operativ entfernt werden. Andernfalls können sie extrem wachsen und in seltenen Fällen auch entarten ( bösartig werden).

    Hämorrhoiden ~ Hämorrhoidalleiden

    Hämorrhoiden sind Schwellkörper die mit Blut gefüllt sind. Sie befinden sich unter der Schleimhaut des unteren Drittel des Enddarmes. Sie spielen neben dem Schließmuskel eine wichtige Rolle für den Feinverschluss des Enddarmes. Sie sind also zuständig für die Feinkontinenz.
    Erst wenn sich die blutgefüllten Schwellkörper vergrößern, und Beschwerden machen, sprechen wir vom Hämorrhoidalleiden.

    Ein Hämorrhoidalleiden äußert sich wie folgt

    • Blut am Stuhl, am Toilettenpapier, in der Wäsche
    • Jucken, Nässen, Brennen
    • Fremdkörpergefühl
    • Schmieren
    • Vorfall von Hämorrhoidengewebe

    Was sind die Ursachen dieser Erkrankung?

    • erhöhter Druck im Bauchraum
    • fester/harter Stuhlgang
    • Durchfall
    • Pressen beim Stuhlgang
    • Abführmittelmißbrauch

    Um das Hämorrhoidalleiden erfolgreich behandeln zu können, unterscheiden wir verschiedenen Stadien,- nachdem sich dann die Therapie richtet.

    Stadium 1
    Hämorrhoidalposter sind nicht zu tasten, aber bei der Proktoskopie sichtbar

    Stadium 2
    Beim Pressen treten die Hämorrhoidalpolster kurzzeitig hervor, ziehen sich aber spontan wieder zurück.

    Stadium 3
    Die Hämorrhoidalpolster treten beim Stuhlgang oder bei leichter körperlicher Anstrengung hervor, können aber mit dem Finger zurückgeschoben ( reponiert) werden.

    Stadium 4
    Die Hämorrhoidalpolster treten dauerhaft hervor und können nicht mehr zurückgeschoben (reponiert) werden.

    Die Stadien 1 und 2 werden konservativ, d.h. ohne Operation behandelt. Eine konservative Therapie geht mit Salben, Analtampons oder Medikamenten einher.
    Um eine sichere Diagnose zu erhalten, stellen Sie sich bitte einem Speziallisten vor.

    Die Stadien 3 und 4 können in der Regel nur mit einer Operation beseitigt werden.

    Operationstechniken wären z.B.

    1. OP nach Milligan- Morgan, Ferguson oder Parks
    2. OP nach Longo ( Stapler Hämorrhoidopexie)

    Welches OP Verfahren angewendet wird, wird der Arzt mit Ihnen besprechen.

    Pilonidalsinus

    ( oder auch Sinus pilonidalis, Steißbeinfistel, „jeep desease“)

    Pilus- lat.“ Haar“
    nidus- lat. „Nest“
    sinus- lat.„ Höhle“
    Hierbei handelt es sich um eine akut oder auch chronisch verlaufende Entzündung im subcutanen Fettgewebe, mit einer entzündlich bedingten Fistelbildung.
    Besteht keine Fistelbildung sprechen wir von einer Pilonidalzyste.
    Typischer Weise tritt diese in der Steißbeinregion, oberhalb der Gesäßfalte (rima ani) auf.
    Die Entstehung des Pilonidalsinus wird diskutiert.
    Als Ursache wird ein Einwachsen von Haaren in die Haut angesehen. Dadurch entsteht ein Fremdkörpergranulom, welches sich entzünden und einen Abszess bilden kann. Hieraus bilden sich dann Fistelgänge in die Tiefe oder an die Hautoberfläche.
    Ein anderer Ansatz zur Entstehung einer Steißbeinfistel geht von einer angeborenen (kongenitalen) Missbildung aus.

    Eine Spontanheilung gibt es nicht. Um eine langfristige erfolgreiche Heilung zu erreichen, muss ein operativer Eingriff erfolgen.

    Stuhlinkontinenz

    Der Begriff Stuhlinkontinenz bezeichnet den Verlust der Fähigkeit, Darmgase und/oder Stuhl zu kontrollieren.
    Die Beschwerden reichen von Problemen bei Blähungen bis zu einer schweren Halteschwäche von flüssigem oder festem Stuhl.
    Die Behandlung der Stuhlkontinenz ist in erster Linie die Therapie der zugrundeliegenden Grunderkrankung. Diese reicht von einem konservativen Ansatz bis zu operativen Therapieverfahren.

Proktologische Untersuchung

Durch eine eingehende Anamnese, die zu Beginn der Untersuchung stattfindet, kann das Krankheitsgebiet eingegrenzt werden.

Gegenstand der Anamnese sind z.B. Fragen nach:

  • Stuhlverhalt
  • Stuhlgangsgewohnheiten
  • Stuhlkonsistenz und Frequenz
  • Blutbeimengungen
  • Kontinenzproblemen
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Vorerkrankungen

Nachdem das Anamnesegespräch geführt wurde, wird die direkte Untersuchung stattfinden.
Sie erfolgt entweder in Linksseitenlage oder, wie bei uns, auf einem speziell dafür ausgerichteten Untersuchungsstuhl in Steinschnittlage. Eine besondere Vorbereitung ist nicht notwendig.

Jede proktologische Untersuchung beginnt mit einer Inspektion der Analregion. Darauf folgt eine rektal-digitale Austastung des Analkanals. Um einen genauen und sicheren Befund zu erheben werden diese Untersuchungen mit einer instrumentellen Diagnostik unterstützt. Dazu gehört die

1. Proktoskopie
Untersuchung des Analkanals
Für die Untersuchung wird ein Metallrohr einige Zentimeter eingeführt. Mit einer Kaltlichtquelle kann dann der Analkanal ausgeleuchtet und somit beurteilt werden. Diese Untersuchung dauert nur wenige Minuten.

2. Rektoskopie
Untersuchung des Enddarmes

Für diese Untersuchung wird ein etwas längeres Metallrohr, mit innen liegendem Konus eingeführt. Nach dem Einführen wird der Konus entfernt und eine Kaltlichtquelle mit einer Vorrichtung die es ermöglicht Luft in den Darm zu geben, wird an das Metallrohr angebracht.
Mittels dieser Luftzufuhr wird die Darmschleimhaut zur Entfaltung gebracht und kann somit inspiziert werden, hierbei kann der gesamte Mastdarm (16 cm Länge) beurteilt werden.
Nachdem die Untersuchungen abgeschlossen sind, wird das Ergebnis mit Ihnen besprochen, ggf. eine weitere Therapie veranlasst/ eingeleitet.
Wenn es nötig sein sollte, andere Fachgebiete mit einzubeziehen, werden wir, auf Ihren Wunsch hin, dieses organisieren.

Ihr zuweisender Arzt/Ärztin erhält zeitnah einen ausführlichen Brief mit den Untersuchungsergebnissen und den weiteren Empfehlungen.

Stromatherapie

Stomatherapie

In den Christophorus Kliniken ist die Stomatherapie Bestandteil unseres Darmzentrums.

Was bedeutet „(Entero-)Stomatherapie“?

Das Wort „Stoma“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Mund oder Öffnung.
In der Medizin bedeutet dieses eine operative Öffnung in der Bauchdecke zur Ausleitung von Stuhl und Urin.

Enterostomatherapie (kurz Stomatherapie) befasst sich mit der Beratung, der Pflege und der Rehabilitation von Betroffenen.

Durch die Anlage eines Stomas werden die Betroffenen sowie auch ihre Familien vor eine neue Lebenssituation gestellt. Diese Veränderungen gehen nicht selten mit Ängsten in Hinsicht auf die Familie, der Gesellschaft und dem Beruf einher.

Wir möchten Sie bei der Bewältigung dieser Ängste und neuen Herausforderungen durch die verschiedenen Angebote unserer Stomatherapeutinnen unterstützen.

Das Ziel der Stomatherapie in den Christophorus Kliniken ist es, den Betroffenen ein möglichst selbständiges, selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu ermöglichen.

Angebote der Stomatherapie:

Vor der Operation:

Vor einer eventuell notwendigen Operation werden wir gemeinsam mit Ihnen als Betroffenen eine Stomamarkierung durchführen. Ziel ist es, die für Sie günstigste Stelle auf Ihrem Bauch zu finden, an der das Stoma ausgeleitet werden kann. Hierzu werden wir verschiedene Punkte auf ihren Bauch zeichnen. Diese zeigen dem Operateur die beste Position für das Stoma.

Nach der Operation:

Nach der Operation werden Sie durch unser Stationsteam und die Stomatherapeutin täglich betreut und schrittweise an die Stomaversorgung herangeführt.

Dabei erklären wir Ihnen in persönlichen Gesprächen alles über das Stoma und dessen Versorgung. Tipps und Tricks für den Alltag sowie auch die weitere Betreuung zu Hause können hier besprochen werden.
Auf Wunsch beziehen wir gerne Ihren Partner oder Ihre Angehörigen mit ein.

Planung der Entlassung:

Auf Wunsch werden wir für Sie einen Kontakt zu ambulant tätigen Enterostomatherapeuten herstellen, die Sie auf Ihrem weiteren Weg betreuen können.

Gerne vermitteln wir Ihnen darüber hinaus einen Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe (z.B. ILCO).

Nach der Entlassung – Stomasprechstunde.
Auch nach dem stationären Aufenthalt nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und Sorgen rund um Ihr Leben mit dem Stoma. Bei Bedarf kann ein Arzt zu dem Gesprächstermin hinzugezogen werden.

Kinderchirurgie

Kinderchirurgie

Ziel der kinderchirurgische Kooperation ist neben der konsiliarischen Mitbeurteilung von stationären Patienten der Kinderklinik vor allem eine ortsnahe und unkomplizierte operative Versorgung der Kinder bei kleineren Eingriffen und unkomplizierter Nachbehandlung.

Kinderchirurgische Sprechstunde
wann: Donnerstags 14:00 bis 17:00
wo:      Ambulanz der Kinder und Jugendklinik Coesfeld
wie:     Terminvereinbarung über Ihren Kinderarzt oder unter 02541 89-11312

Jeden Dienstag findet in der Ambulanz der Kinderklinik die kinderchirurgische Sprechstunde statt.

Herr Dr. Müller, Chefarzt  der Abteilung für Kinderchirurgie der Uniklinik Münster  hält die Sprechstunde  ab. In der Sprechstunde werden die Kinder untersucht, bei denen der Kinderarzt vermutet, dass ein chirurgisches Problem vorliegt. Die Kinder werden untersucht und die Eltern beraten. Sollte eine Operation nötig sein, wird diese besprochen und geplant. Kleinere Eingiffe können vor Ort in Coesfeld durchgeführt werden,  große Eingriffe mit der Notwendigkeit einer kinderchirurgischen Nachbehandlung müssen im Uniklinikum Münster stattfinden.

Die Operationen  in Coesfeld  finden  jeweils donnerstags statt. In Frage kommen hier Eingriffe, die im Wesentlichen ambulant oder mit einer nur kurzen stationären Aufnahmedauer durchgeführt werden können, wie z.B.

  • Hernien (Leistenhernie, Nabelhernie, epigastrische Hernie, …)
  • Hodenhochstand
  • Phimose
  • angeborene Zysten (Halszyste, präaurikuläre Zyste)
  • Laparoskopien (diagn. Laparoskopie bei unklaren Bauchschmerzen, Appendektomie)
  • kleinere Resektionen und Biopsien (Dermoid, Nävus, Lymphknoten)
  • Implantation venöser Katheterverweilsysteme
  • Tracheostomie
  • endoskopische Eingriffe inkl. PEG-Anlage
  • Pyloromyotomie

Die Kinder werden auf der jeweiligen Station der Kinderklinik aufgenommen und bei ambulanten Eingriffen am Nachmittag vom Operateur entlassen. Ist ein stationärer Aufenthalt notwendig, werden die Kinder von den Kollegen der Kinderklinik gemeinsam mit den Kollegen der Allgemeinchirurgie betreut.

Weiter besteht die Möglichkeit der kinderchirurgischen Beratung im Rahmen der Schwangeren-Betreuung bei bereits intrauterin erkannten Fehlbildungen des Kindes. Zusammen mit den Kollegen der Frauenklinik können Schwangere, deren Kinder z.B. eine Gastroschisis, Omphalozele, ein Steißbeinteratom oder eine allgemeine Aufälligkeit der Darmpassage wie z.B. eine Duodenalatresie aufweisen, i. d. R. bis zur 30 Schwangerschaftswoche weiter in Coesfeld betreut werden. Ab der 30. SSW erfolgt die Betreuung dann durch das Perinatalzentrum Münster und auch die operative Versorgung des Kindes wird in Münster stattfinden. Angestrebt wird, nach Abschluss aller chirurgischen Maßnahmen, eine frühe Rückverlegung nach Coesfeld, wo das Kind dann weiter im wöchentlichen Rhythmus im Rahmen der kinderchirurgischen Sprechstunde gesehen werden kann.

Minimal-Invasive Chirurgie

Minimal-Invasive Chirurgie

Waren vor wenigen Jahren nur  die Operationen an Gallenblase und Blinddarm minimal-invasiv möglich, hat sich heute das Spektrum der Operationen in der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie deutlich erweitert.

In der Chirurgischen Klinik 1 sind neben den „kleineren“ Operationen wie Cholezystektomien und Leistenhernienoperationen auch Eingriffe am Dickdarm Standard. Für jeden einzelnen Patienten wird vor der Operation geprüft ob ein minimal-invasives Vorgehen sinnvoll und möglich ist. Zum einen sind die geringere Belastung für den Patienten und die bessere Kosmetik überzeugend, zum anderen ist aber die Sicherheit und die onkologische Radikalität immer zu gewährleisten. Für den Laien sind Schlagworte wie NOTES (Natural Orifice Translumenal Endoscopic Surgery) oder SILS (Single Incision Laparoscopic Surgery) sehr interessant, aber das zum Teil damit aus einer sicher durchzuführenden Operation eine Operation mit einer erneuten Lernkurve und zum Teil gravierenden Komplikationen werden kann, ist häufig nicht klar. An unserer Klinik werden folgende Operationen routinemäßig als minimal-invasive Eingriffe durchgeführt:

  • Nebenschilddrüsenresektion bei primärem Hyperparathyreoidismus
  • Diagnostische Laparoskopie/Adhaesiolyse
  • Staging-Laparoskopie
  • Appendektomie
  • Leisten-Herniotomie (TAPP)
  • Narben-Herniotomie (IPOM)
  • Cholezystektomie
  • Fundoplicatio
  • Resektion von GIST-Tumoren des Magen-Darm-Trakts
  • Hemikolektomie
  • Kolonsegmentresektion
  • Rektumresektion
  • Anlage eines künstlichen Darmausgangs
  • Sigmaresektion bei Divertikulitis
  • Resektionsrektopexie
  • Adrenalektomie
  • TEM (transanale endoskopische Mikrochirurgie)
  • Diagnostische Thorakoskopie
  • Lungenresektion
  • Pleurodese
  • Mediastinoskopie

 

ZENTREN

Darmzentrum 

Hernienzentrum

Ambulantes OP-Zentrum

Weiteres Team

INFORMATIONSPLUS

Was muss ich mitbringen?

Was muss ich mitbringen?

Im Idealfall haben Sie oder Ihr Arzt einen Termin in unseren Sprechstunden vereinbart.
Bevor Sie sich in der Sprechstunde vorstellen benötigen Sie entweder

  • eine gültige Überweisung von einem niedergelassenen Chirurgen oder
  • eine gültige Überweisung von einem Internisten mit dem Schwerpunkt Nephrologie oder
  • eine gültige Einweisung von Ihrem Haus- oder Facharzt.

Sie kommen dann in das Sekratariat der Chirurgischen Klinik 1 und melden sich mit Ihrer Über-/Einweisung zunächst bei Frau Kersting an.
Hier werden Ihre Patientendaten ( Name, Geburtsdatum, Adresse und Krankenversicherungsdaten) erhoben und eine Patientenakte erstellt.
Von hieraus werden Sie in die für Sie richtige Sprechstunde geführt. Bitte bringen Sie alle für Krankenhausbehandlung wichtigen Krankenunterlagen (Medikamentenliste, Untersuchungsergebnisse und Röntgenbilder/CD`s) mit.

Was passiert in der Sprechstunde?

Was passiert in der Sprechstunde?

Alle Sprechstunden sind fachärztlich besetzt. Entsprechend Ihrer Über- bzw. Einweisung werden Sie von uns dann bezüglich Ihrer Erkrankung befragt und untersucht. Sollte sich die Indikation zu einer Operation bestätigen, werden von hier aus alle nötigen Untersuchungen geplant und koordiniert. Es wird in der Regel ein weiterer ambulanter Vorstellungstermin (Praemedikation) und der Operationstermin vereinbart.

Was passiert an dem Prämedikationstermin?

Was passiert an dem Prämedikationstermin?

An dem letzten ambulanten Vorstellungstermin vor der Operation werden Sie dem Narkosearzt vorgestellt. Hier werden Sie noch einmal auf „Herz und Niere“ durchgecheckt und mit Ihnen alles um die Narkose besprochen. An diesem Termin werden Sie auch noch einmal eine Ärztin/Arzt der Chirurgischen Klinik sehen, die/der mit Ihnen letzte offene Fragen besprechen kann und abschließend kontrolliert, ob alle für die Operation nötigen Untersuchungen und Vorbereitungen erfolgt sind.

Was müssen Sie ins Krankenhaus mitbringen?

Was müssen Sie ins Krankenhaus mitbringen?

Dokumente/Karten:

  • Einweisungsformular Ihres Haus- oder Facharztes
  • Bei gesetzlich Versicherten: Krankenversicherungskarte
  • Bei privat Versicherten: Ihre Klinik-Card oder den Versicherungsnachweis
  • ggf. Kostenübernahmeerklärung

Medizinische Unterlagen:

  • Medikamentenliste
  • Angeforderte Untersuchungsergebnisse zur Operations- und Narkosevorbereitung (z.B. Arztbriefe, Röntgenbilder, Laborbefunde)

Falls vorhanden:

  • Diabetesplan (Pen)
  • Allergiepass
  • Röntgenpass
  • Marcumar-Pass
  • Herzpass
  • Herzschrittmacherausweis
  • Vorsorgevollmacht
  • Patientenverfügung (ggf. in Kopie)

Persönliches:

  • Die tägliche Medikation für die ersten Tage
  • alle gewohnten Hilfsmittel: Brille, Hörgeräte, Gehhilfen etc.
  • Hygieneartikel: Duschgel, Zahnpasta und Pflegeartikel etc.
  • Zahnbürste, Prothesenbecher
  • eigene Thrombosestrümpfe (wenn vorhanden)
  • Pyjama, Nachthemd oder Morgenmantel, Handtücher, Waschlappen
  • Alltagsbekleidung: Unterwäsche, T-Shirt, Strümpfe
  • zur Sturzprophylaxe festes Schuhwerk (rutschfeste Sohle)
  • etwas zum Lesen und Schreiben

Nagellack, Piercings etc. bitte zum Aufnahmetag entfernen

Wertsachen:
Bringen Sie bitte keine größeren Geldbeträge oder Wertsachen (z.B. Schmuck) zu Ihrem stationären Aufenthalt mit. Im Falle von Diebstahl, Verlust oder Beschädigung Ihrer persönlichen Sachen kann die Klinik keine Haftung übernehmen. Sie benötigen ein wenig Bargeld, bzw. EC-Karte zur Begleichung der gesetzlichen Zuzahlung (10 € pro Tag, max. 28 Tage pro Kalenderjahr), für die Nutzung des Telefons und den Erwerb der Wasserkarte (Mineralwasser).

Wie ist der Ablauf am Operationstag?

Wie ist der Ablauf am Operationstag?

Die meisten Patienten kommen erst am Operationstag zur stationären Aufnahme. Entsprechen des geplanten Operationszeitpunktes wird die stationäre Aufnahme wenige Stunden zuvor erfolgen. Als erstes melden Sie sich auf Ihrer geplanten Aufnahmestation. Hier werden Sie vom Stationspersonal begrüßt und zu Ihrem Zimmer geführt. Mit Hilfe der Pflegekräfte werden Sie für die Operation vorbereitet. Der Operateur markiert die Operationsregion und steht für Ihre Fragen zur Verfügung. Kurz vor Ihrem Transport in den Operationssaal erhalten Sie mit einem Schluck Wasser Ihre Medikation. Diese Medikamente werden Sie beruhigen und auch den späteren Verbrauch an Narkosemittel reduzieren. In Ihrem Bett werden Sie vom Pflegepersonal dann in den Operationstrakt gefahren. Hier werden Sie vom Operationspersonal in Empfang genommen und vom Bett auf den Operationstisch umgelagert. Mit einer warmen Decke zugedeckt werden Sie dann in den Vorraum des Operationssaales gefahren. Hier erfolgen alle für die Operation nötigen Narkosemaßnahmen. Dies kann zum einen die Einleitung einer Vollnarkose sein oder auch die Anlage einer Regionalanästhesie. Wenn alle Narkosemaßnahmen erfolgt sind, kommen Sie bereits schlafend oder mit der Regionalnarkose in den Operationssaal.
Nach den entsprechenden Lagerungsmaßnahmen wird die Operationsregion steril abgewaschen und das Operationsfeld abgedeckt. Was dann passiert haben Sie vielleicht schon mal im Fernsehen gesehen. Operationen sind sehr unterschiedlich, so dass es an dieser Stelle nicht unbedingt Sinn macht ins Detail zu gehen. Alle Ihre Fragen zur Operation werden wir persönlich mit Ihnen im Vorfeld besprochen haben. Am Ende der Operation werden Sie wach und vom Beatmungsschlauch getrennt. Nun werden Sie immer noch auf dem Operationstisch liegend in die so genannte Ausschleuse gefahren und vom OP-Tisch wieder in Ihr Bett umgelagert. Meist schlafen Sie dann Ihre Narkose im Aufwachraum aus nur bei großen Eingriffen werden Sie postoperativ auf die Intensivstation verlegt. In jedem Fall werden gerade in den ersten Stunden nach der Operation alle Vitalparameter, wie Blutdruck, Puls etc. ständig überprüft. Es wird für eine ausreichende Schmerztherapie gesorgt und in der Regel können Sie bereits wenige Stunden nach der Operation wieder etwas essen und trinken.

Wie ist der Stationsablauf?

Wie ist der Stationsablauf?

Der Tag für unsere Patienten beginnt meist mit der Frühvisite. In der Chirurgischen Klinik beginnt die Visite gegen 7:15 und endet gegen 7:45. Dies bedeutet für Sie, dass das Stationsteam (Stationsschwester/pfleger, Assistenz- und Ober/Chefarzt) Sie besucht. Im Rahmen dieser Visite werden Sie befragt und untersucht, der Behandlungsplan für den Tag erstellt, Medikationen überprüft und verändert, Untersuchungen veranlasst und vieles mehr. Nach der Morgentoilette wird Ihnen gegen 8 Uhr das Frühstück gebracht. Im Verlauf des Vormittages erfolgen die erforderlichen Verbandswechsel, Blutabnahmen, die veranlassten Untersuchungen, krankengymnastischen Übungen etc.. Das Mittagessen folgt gegen 11:30 Uhr. Im Verlauf des Nachmittages (meist zwischen 14 und 16 Uhr) werden Sie ein zweites Mal durch die Assistenzärzte der Station besucht. Ziel dieser Visite ist den Tag Revue passieren zu lassen und evtl. noch Anordnungen für den Abend und die Nacht zu treffen. Das Abendessen folgt gegen 17:30 Uhr. Die Betriebsamkeit auf Station legt sich und es ist Zeit für einen Spaziergang oder den Empfang von Besuch. Die Nachtschwester beendet den Tag mit einem letzten Rundgang bei allen Patienten gegen 20 Uhr und danach kehrt so langsam die Nachtruhe ein.

Wann steht ein Arzt für die Angehörigen zur Verfügung?

Wann steht ein Arzt für die Angehörigen zur Verfügung?

Grundsätzlich ist natürlich immer ein Arzt erreichbar, aber um in Ruhe ein Gespräch zu führen, empfiehlt sich werktags die Zeit zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr.

Wie erfolgt die Entlassung?

Wie erfolgt die Entlassung?

Ihre Ärzte haben Sie während des stationären Aufenthaltes engmaschig begleitet. Im Vorfeld wird mit Ihnen über den Entlassungstermin gesprochen und alles Nötige organisiert. Sie verlassen das Krankenhaus erst, wenn Sie so weit wieder hergestellt sind und zu Hause gut zurecht kommen werden. Am Entlassungstag werden Sie in der Regel kurz nach dem Frühstück mit dem Entlassungsbrief nach Hause gehen können. Wie die weitere Behandlung aussehen wird, ist im Detail mit Ihnen und Ihren Angehörigen besprochen worden.