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Pressemitteilungen


Hygiene-Institut mit zwei weiteren Kliniken zum Nationalen Referenzzentrum für speziellen Durchfall-Erreger ernannt

Christophorus-Kliniken Institut fuer Labormedizin, Mikrobiologie und Hygiene beteiligt an Nationalem Referenzzentrum fuer Durchfall-Erreger Clostridium difficile

Das Hygiene-Institut der Christophorus-Kliniken in Coesfeld ist zusammen mit dem Universitätsklinikum des Saarlandes und der Universitätsklinik Münster vom Robert-Koch-Institut als Nationales Referenzzentrum (NRZ) für Clostridium difficile benannt worden.

In diesem deutschlandweit einzigartigen Zentrum kümmern sich die drei Einrichtungen um die Diagnostik und Therapie von Clostridium difficile, einem Bakterium, das zu starken Durchfällen führen kann und weltweit auf dem Vormarsch ist. Prof. Lutz von Müller, Leiter des Coesfelder Instituts für Labormedizin, Mikrobiologie und Hygiene (LMH), erklärt die Problematik des Erregers: „In der Regel leben die verschiedenen Darmbakterien friedlich zusammen und verhindern, dass krankmachende Bakterien zum Tragen kommen. Besonders durch Antibiotikatherapien kann die Darmflora gestört werden und es entstehen Lücken, die von Clostridium difficile, einem Gift-bildenden Bakterium, ausgefüllt werden.“
Die Betroffenen haben bis zu 15 Mal Durchfall an einem Tag. Sie verlieren Gewicht, leiden unter Elektrolytmangel und können kaum am öffentlichen Leben teilnehmen – eine enorme Belastung für die Patienten. Darüber hinaus gibt es schwere Verläufe mit lebensbedrohlicher Darmlähmung. Bei einem Fünftel aller Erkrankten wiederholen sich diese Durchfallerkrankungen immer wieder nach kurzer Erholung. Wenn sich trotz wiederholter Standardtherapie mit den zugelassenen Antibiotika solche Rückfälle ereignen, so gibt es eine alternative, hocheffektive Therapie mit normalen Darmbakterien: Diese Bakterientherapie nennt man Fäkalen Mikrobiomtransfer bzw. Stuhltransplantation. Dieser neue Mikrobiomtransfer wird nun auch in den Christophorus-Kliniken Coesfeld durch die Abteilung Gastroenterologie (Medizinische Klinik 1) in Kooperation mit dem Institut für LMH angeboten. Hierfür sucht man meist in der Familie des Betroffenen einen gesunden Spender. Dessen Stuhlprobe wird umfangreich getestet, um das Risiko der Übertragung von Krankheiten zu minimieren. Anschließend wird der Spenderstuhl besonders aufbereitet und die Darmbakterien werden während einer Darmspiegelung in den Dickdarm gegeben. Die Darmflora des Patienten erholt sich in der Regel sehr schnell, und er kann dauerhaft diese Infektion überwinden. Im Vorfeld sollte mit den Krankenkassen die Kostenübernahme geklärt werden.

Das Referenzzentrum für Clostridium difficile:
Vom Robert-Koch-Institut bestimmtes Zentrum, in dem drei Einrichtungen zusammenarbeiten, jeweils mit speziellen Aufgaben: In Homburg werden deutschlandweit die Proben gesammelt und analysiert, in Münster findet die molekulare Feintypisierung der Erreger der Erreger statt. Prof. Dr. von Müller, der Leiter des Coesfelder Instituts für Labormedizin, Mikrobiologie und Hygiene, vertritt das Zentrum in internationalen Gremien und bietet zusammen mit der Gastroenterologischen Abteilung (Chefarzt Dr. R. Steimann) für schwer erkrankte Patienten den Mikrobiomtransfer (Stuhltransplantation) als alternative, besonders effektive Therapie an.