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Tumortherapie
Magenkrebs

Was bedeutet Magenkrebs?

Als Magenkarzinom bezeichnet man eine bösartige Schleimhautwucherung des Magens. In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 20 von 100 000 Einwohnern an Magenkrebs (Magenkarzinom). Die Erkrankung tritt meistens jenseits des 50. Lebensjahres auf. Risikofaktoren sind u. a. Ernährungsgewohnheiten und chronische Entzündungen des Magens.

Welche Beschwerden (Symptome) treten auf?

Die Symptome eines Magenkarzinoms sind uncharakteristisch. Es kann zu Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Appetitlosigkeit und schwarzem Stuhl kommen. Diese Beschwerden können auch durch viele andere Erkrankungen hervorgerufen werden. Daher sollte bei Oberbauchbeschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten, eine Magenspiegelung erfolgen. Nur so kann ein Magenkrebs ausgeschlossen bzw. früh erkannt werden.

Welche Untersuchungen sind erforderlich?

Die Magenspiegelung wird ambulant in einem Kurzschlaf durchgeführt und ist daher nicht unangenehm. Es werden Gewebeproben entnommen und vom Pathologen unterm Mikroskop untersucht. Bestätigt sich die Diagnose Magenkrebs sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ausdehnung der Erkrankung, das sogenannte Tumorstadium, zu bestimmen:

  • Röntgenuntersuchung der Lunge
  • Computertomographie des Bauchraumes und des Brustraums
  • Ultraschalluntersuchung der Magenwand mit dem Endoskop (Endosonographie)
  • ggf. Bauchhöhlenspiegelung (sog. Staging Laparoskopie)

Mit diesen Untersuchungen erfahren die Ärzte, wie weit sich der Krebs in der Magenwand ausgedehnt hat und ob Absiedlungen in den Lymphknoten oder in entfernten Organen (sog. Metastasen) vorliegen. Die Bestimmung des individuellen Tumorstadiums ist besonders wichtig, da sich daran das Therapiekonzept für jeden einzelnen Patienten orientiert.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Jeder Patient mit einem Magenkrebs wird vor Beginn der Therapie in der der interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Chirurgen, Pathologen, Radiologen und Strahlentherapeuten zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept für jeden einzelnen Patienten. Entsprechend der individuellen Tumorausdehnung kommen folgende Therapiekonzepte in Betracht:

  • Endoskopische Tumorentfernung
    In ganz frühen Tumorstadien kann eine vollständige Entfernung des Tumors durch eine Magenspiegelung erfolgen. Der Magen kann dabei belassen werden.
  • Operation
    Der Chirurgie kommt eine Schlüsselstellung in der Behandlung des Magenkrebs zu. Nur die vollständige chirurgische Entfernung des Magenkarzinoms ermöglicht die Heilung der Erkrankung. Meistens muss der gesamte Magen mit den umgebenden Lymphknoten entfernt werden. Bei Magenkrebs im Mageneingang wird auch der untere Teil der Speiseröhre mit entfernt. Nach der Magenentfernung wird der Dünndarm an die Speiseröhre genäht.
    Bei Absiedlungen in anderen Organen (Metastasen) kann durch die Operation keine dauerhafte Heilung mehr erzielt werden. Die Entfernung des Magens kommt hier nur in Sondersituationen, z.B. bei anhaltenden Blutungen aus dem Tumor in Betracht.
  • Chemotherapie
    Mehr als die Hälfte aller Patienten mit Magenkrebs erhält heute vor und nach der Operation eine Chemotherapie. Die Operation verzögert sich durch diese Chemotherapie um einige Wochen und dies beunruhigt viele Patienten mit Magenkrebs. Trotzdem ist diese Vorgehensweise sinnvoll und wichtig, da große Untersuchungen gezeigt haben, dass die Heilungschancen durch diese Vor- und Nachbehandlung verbessert werden können.
  • Strahlentherapie
    Beim Magenkarzinom findet die Strahlentherapie heute nur in Ausnahmefällen Anwendung.

Stenteinlage/Ernährungsfistel

Bei Menschen, deren Magenkarzinom nicht mehr mit dem Ziel der Heilung operiert werden kann (z.B. bei Absiedlungen in der Leber) kann bei Einengung des Magenausgangs ein Drahtgeflechts (sogenannter Stent) die Enge überbrücken. Ein solcher Stent wird im Rahmen einer Magenspiegelung eingebracht. Eine Alternative ist das Aufnähen einer einer Dünndarmschlinge an den Magen, um die Engstelle am Magenausgang per Umleitung zu umgehen. Beide Maßnahmen sollen die normale Nahrungsaufnahme weiterhin ermöglichen
Organisatorischer Ablauf einer Operation
Alle Patienten, die mit einem Magenkrebs in unsere Klinik kommen, werden auf unserer Bauchstation aufgenommen, wie sie von Chirurgen und Gastroenterologen gemeinsam betreut werden. Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden hier zeitnah durchgeführt, so dass die Operation ohne Verzögerung erfolgen kann. Zur OP-Vorbereitung zählt zunächst die Aufklärung über den geplanten Eingriff durch den Arzt. Hier haben Sie die Möglichkeit Fragen zu stellen und alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen, gerne auch im Beisein Ihrer Angehörigen. Die Operation erfolgt entweder über einen Bauchschnitt oder in Ausnahmefällen in Schlüsselloch-Technik. Hierfür ist ausnahmslos eine Vollnarkose und meist unter zusätzlicher Rückenmarksnarkose geeignet.

Nach der Operation

Alle Bemühungen nach der Operation zielen auf eine möglichst rasche Erholung. Unmittelbar nach der Operation ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Genesung. Hierbei werden die Patienten intensiv durch die Abteilung für Anästhesie, Intensivtherapie und Schmerztherapie betreut, in der Regel wird den Pat. ein rückenmarksnaher Schmerzkatheter eingepflanzt. Einen normalen Verlauf vorausgesetzt liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach der Operation bei ca. zwei Wochen. Bei Entlassung sollten sich Ihre Wundschmerzen auf ein Minimum reduziert haben. Die vollständige Normalisierung Ihrer Darmtätigkeit und Stuhlgewohnheiten kann in Einzelfällen noch zwei bis drei Wochen dauern, anhaltende Einschränkungen sind aber nicht zu erwarten. Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder belasten. Der Körper muss sich zunächst auf die neue Situation ohne Magen umstellen. Prinzipiell darf alles gegessen werden, jedoch nicht mehr soviel auf einmal, wie vor der Operation. Die Anzahl der Mahlzeiten über den Tag verteilt sollte auf 6 – 8 kleine Portionen gesteigert werden. In der ersten Zeit kommt es häufig zu einem Gewichtsverlust der später meist wieder ausgeglichen wird. In der Regel steht Ihnen nach einer Magenkrebsoperation eine Anschlußheilbehandlung („onkologische Kur“) zu. Diese wird durch den Sozialdienst unseres Hauses in Absprache mit Ihnen und ihrem weiterbehandelnden Arzt organisiert.

Die Bewältigung der Diagnose Magenkrebs und der Therapiefolgen ist anstrengend und schwierig. Wichtig ist, dass Patienten ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Nicht zuletzt ist die Unterstützung der Familie entscheidend, damit die Patienten nach der Operation rasch wieder eine gute Lebensqualität trotz der Diagnose erlangen. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team gerne zur Verfügung.

Jeder Patient erhält bei der Entlassung einen ausführlichen Entlassungsbrief sowie den Operationsbericht für den einweisenden Arzt. Hier werden alle relevanten Informationen wie z.B. Medikamente, Rehabilitationsmaßnahmen und eine Empfehlung zur Durchführung einer Tumornachsorge aufgeführt.


 

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